Psychotherapie per Video – Grundlagen und Erfahrungen aus der Praxis (Webinarserie)

Webinarserie für Psychotherapeutinnen & Psychotherapeuten:

Psychotherapie per Video – Grundlagen und Erfahrungen aus der Praxis (Webinar)

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie sind psychologische und ärztliche Psychotherapeuten zunehmend darauf angewiesen ihren Klienten alternative Behandlungsmethoden zu bieten, da die klassische Face-Face Therapie in der aktuellen Lage nicht mehr umsetzbar ist. 

Mit jedem Tag wächst der Leidensdruck der zahlreichen Patienten, die ihre Therapeutinnen und Therapeuten nicht zu Gesicht bekommen. Die bestmögliche alternative Lösung, um den Versorgungsauftrag der Psychologinnen, Psychologen, Therapeutinnen und Therapeuten zu sichern, bietet die videobasierte Therapiesitzung

Da bereits die telebasierte psychotherapeutische Behandlung für viele Praktiker noch ungewohnt ist, bestehen verständlicherweise zusätzliche Unsicherheiten in der Durchführung der Psychotherapie per Videoübertragung. 

Vor diesem Hintergrund bietet HelloBetter (ehemals GET.ON Institut), in Kooperation mit der Freien Universität Amsterdam, eine Webinarserie zur Durchführung videobasierter Psychotherapie an.

Durchgeführt werden die Webinare von Dr. Anna Radkovsky & Prof. Dr. David Daniel Ebert. 

Die Webinare werden per Zoom durchgeführt und sind inhaltlich alle gleich. Ein kostenloser Zoom-Account für Sie als TeilnehmerIn ist ausreichend. Die Beschränkung auf 40-minütige Sitzungen trifft beim Webinar nicht auf Sie zu, da diese sich nur auf den Webinar-Veranstalter bezieht. Registrierungen können bereits unter folgendem Link entgegengenommen werden:

Termine:

Donnerstag, der 16.04. 18.30 – 20.00 Uhr 

Donnerstag, der 23.04: 18:30 – 20:00 Uhr   

Donnerstag, der 30.04: 18:30 – 20:00 Uhr

Eventuelle weitere Termine werden noch bekanntgegeben.

Senden Sie eine E-Mail an Fortbildung@hellobetter.de wenn Sie über weitere Veranstaltungen informiert werden möchten.

Während der jeweiligen Webinare werden grundlegende Kenntnisse sowie praktische Erfahrungen aus folgenden Themenbereichen vermittelt:

Inhalte:

  • Vorstellung des aktuellen Forschungsstandes zu videobasierter Psychotherapie
  • Technische und rechtliche Voraussetzungen für Psychotherapie per Video
  • Wie bereite ich meine Patienten auf Gespräche per Video vor?
  • Tipps zu Gesprächsführung, Beziehungsaufbau und Gestaltung der Videositzung
  • Umgang mit typischen Schwierigkeiten und Hindernissen
  • Besonderheiten bei der Abrechnung videobasierter Sitzungen

Diese Webinarserie stellt einen Teil der Maßnahmen dar, mit denen HelloBetter versucht seine umfangreiche Expertise in digitalen Konzepten, zur Förderung der psychischen Gesundheit und zur Bewältigung der psychischen Beanspruchung durch die Corona Pandemie, kostenfrei zur Verfügung zu stellen. 

Andere kürzlich begonnene Maßnahmen von HelloBetter schließen folgende kostenfreie Angebote ein:

  • eine bundesweit kostenfreie psychologische Support-Hotline (Tel.: 0800 000 9554; erreichbar Montag bis Sonntag von 8:00 – 20:00 Uhr),
  • regelmäßige Live-Q&A Sitzungen durch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für bis zu Tausende Teilnehmer gleichzeitig in der gegründeten psychologischen Unterstützungsgruppe auf Facebook,
  • eine Online-Community betreut durch Psychologinnen und Psychologen (09:00 – 22:00 Uhr) zum wechselseitigen Austausch und Unterstützung,
  • eine Serie von psychoedukativen Beiträgen für die Allgemeinbevölkerung und Betroffenen mit psychischen Erkrankungen, 
  • sowie ein eigens entwickeltes, psychologisches Online-Training zur Stressbewältigung während der Corona Pandemie.

Zusätzliche Informationen zu den kostenfreien Angeboten von HelloBetter, in Zeiten der Corona Pandemie, sind unter folgendem Link auffindbar: www.hellobetter.de/corona

Möchten auch Sie einen zusätzlichen Beitrag zum psychischen Wohlbefinden der Gesellschaft leisten? 

Wir suchen und freuen uns über weitere Psychotherapeut*innen oder Psychotherapeut*innen in Ausbildung, die bereit wären, unsere bundesweit angebotene Telefonhotline zur psychologischen Unterstützung während der Corona Pandemie, ehrenamtlich zu unterstützen. Interessensbekundung können Sie unter kontakt@hellobetter.de mit dem Betreff #hotline einreichen.

Senden Sie eine E-Mail an Fortbildung@hellobetter.de wenn Sie über weitere Veranstaltungen informiert werden möchten.

Speaker :

David Ebert ist Professor für Klinische Psychologie und Digital Health an der Freien Universität Amsterdam sowie Gründer und wissenschaftlicher Leiter von HelloBetter.

Er gilt als einer der Pioniere der digitalen Psychotherapie in Deutschland und führender Wissenschaftler in der Erforschung digitaler psychologischer Interventionen. Er ist Mitglied der Sprechergruppe E-Health der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und Präsident der International Society for Research on Internet Interventions, der weltweit größten wissenschaftlichen Fachgesellschaft im Bereich Digital Health. Er und sein Team haben in den letzten 10 Jahren über 40 klinische Studien zur Evaluation digitaler Interventionen zur Prävention und Behandlung psychischer Störungen durchgeführt und unter Anderem das erste video-basierte Psychotherapiekonzept in Deutschland entwickelt und in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Krankenkassen deutschlandweit implementiert. Seit Jahren führt er Fortbildungsveranstaltungen in der Nutzung digitaler Elemente in der Psychotherapie durch.

Dr. Anna Radkovsky ist Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) im Rhein-Main-Gebiet. Seit 2013 beschäftigt sie sich wissenschaftlich mit dem Potential von E-Mental-Health zur Verbesserung der Depressionsbehandlung. Zudem führte sie 2015-2017 bereits ambulante Psychotherapie als Online-Therapeutin im Rahmen eines EU-geförderten Pilotprojektes zur Verbesserung der Psychotherapieversorgung in Deutschland durch und war in dieser Zeit am Aufbau der Online-Ambulanz der Schön Klinik beteiligt. Neben ihrer Tätigkeit als Psychotherapeutin arbeitet sie zudem seit einigen Jahren als Online-Coach für internetbasierte Gesundheitstrainings.

Über HelloBetter: 

HelloBetter wurde 2015 unter dem Namen GET.ON Institut als universitäre Ausgründung gegründet und beschäftigt sich mit der Implementierung von evidenz-basierten, im Rahmen von klinischen Studien evaluierten, digitalen psychologischen Interventionen. Es ist bisher der einzige E-Mental Health Anbieter, der sich der Anwendung der von der DGPS und DGPPN entwickelten Qualitätskriterien für online Angebot verpflichtet hat und wurde im Rahmen des EU Compasses für „Good Practice in Mental Health“ ausgezeichnet. Von der Stiftung Warentest wurde HelloBetter als Testsieger für digitale Depressionstrainings bewertet. Die angebotenen digitalen Trainings zur Förderung der psychischen Gesundheit wurden in insgesamt 32 klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit evaluiert. Damit ist HelloBetter weltweit der Digital Mental Health Anbieter mit der umfangreichsten wissenschaftlichen Evidenz. 

Im Rahmen der Corona Pandemie versucht HelloBetter mit seiner umfangreichen Expertise in Digital Mental Health etwas Positives beizutragen. HelloBetter ist kein Anbieter einer Plattform die derzeit videobasierte Therapie ermöglicht. Es werden daher ausschließlich Plattformen von im Markt erhältlichen KBV zertifizierten Anbietern behandelt.

Links:

www.hellobetter.de

www.geton-institut.de

www.protectlab.org

Wie kann ich mich für das Webinar anmelden?

Gerne können Sie sich über den folgenden Link für das Webinar anmelden: https://hellobetter.de/webinar_psychotherapie_per_video_grundlagen/

Ist das Webinar wirklich kostenlos?

Ja, das Webinar ist komplett kostenlos. Sie brauchen nur eine Internetverbindung und können kostenfrei Zoom herunterladen, um am Webinar teilzunehmen.

Trifft die Zoom-Beschränkung von 40 Minuten beim Webinar zu?

Nein. Die zeitliche Begrenzung betrifft nur den Veranstalter von Zoom-Meetings. Da wir einen kostenpflichtigen Zoom-Account eingerichtet haben, um 90-minütige Webinare anzubieten, trifft die 40-Minuten-Beschränkung für Sie als TeilnehmerIn nicht zu.

Ich möchte gerne über weitere Veranstaltungen informiert werden.

Schicken Sie gerne eine kurze Mail an fortbildung@hellobetter.de und wir werden Sie auf unsere Kontaktliste setzen.

Kann ich die aufgenommenen Seminare auch nachgucken?

Auf Nachfrage können wir das aufgenommene Webinar mit Ihnen teilen.

Behandeln die Webinare an den verschiedenen Terminen unterschiedliche Themen?

Nein, die Seminare unterscheiden sich inhaltlich nicht. Wir bieten aufgrund der hohen Nachfrage mehrere Termine für das gleiche Seminar an. 

Wie kann ich mich an #starkdurchdieKrise beteiligen?

Melden Sie sich gerne über den folgenden Link an: https://hellobetter-jobs.personio.de/job/201261

Ist das Webinar akkreditiert, sodass es dafür Fortbildungspunkten gibt?

Wir sind aktuell im Prozess, das Webinar akkreditieren zu lassen. In der Zwischenzeit können wir Ihnen auf Nachfrage gerne eine einfache Teilnahmebestätigung ausstellen. Bei Interesse, schicken Sie gerne eine kurze Mail an fortbildung@hellobetter.de

Ich konnte dem Webinar nicht beitreten.

Melden Sie sich gerne erneut für einen der Folgetermine an. Zur Teilnahme klicken Sie bitte auf den in der Einladung angegebenen Link und öffnen das Programm Zoom auf Ihrem Computer. Dies müssen sie zuvor heruntergeladen haben (kostenlos). Bei spezifischen technischen Fragen melden Sie sich gerne erneut an fortbildung@hellobetter.de

Wie kann ich nun im Anschluss an die Veranstaltung auf den Chatverlauf (links) zugreifen?

Die Folien zum Webinar werden wir Ihnen anschließend per Mail zusenden, sodass Sie ggf. Informationen auch dort nachlesen können.

Wie komme ich an die Folien/Präsentation des Webinars?

Wir werden allen WebinarteilnehmerInnen innerhalb weniger Tage nach dem Seminar die Folien per Mail zukommen lassen. 

Dient das Informationsblatt der BPtK rein zur Patientenaufklärung oder muss dieses tatsächlich auch von den PatientInnen unterschrieben zurückgeschickt werden?

Der/Die PatientIn muss aufgeklärt werden, z.B. mittels des Informationsblatts, auf das Fr. Dr. Radkovsky im Webinar verwiesen hat und er/sie muss sein/ihr Einverständnis geben. Genauere Informationen finden Sie hier: www.bptk.de/wp-content/uploads/2019/11/bptk_praxis-info_videobehandlung.pdf. Ein Muster für eine solche Einwilligung können Sie unter folgendem Link finden: https://lppkjp.de/wp-content/uploads/2020/03/EinwilligungVideobehandlung.pdf.

Ist es von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgegeben, die Videotherapie zwangsläufig in den Praxisräumen durchzuführen oder ist es auch erlaubt, diese von zu Hause aus anzubieten?

[Stand 15.04.2020] Hier kursieren unterschiedliche Aussagen. Auf Anfrage bei der insoweit maßgeblichen Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) haben wir die Auskunft erhalten, dass die Leistungserbringung bei der Videotherapie – wie im übrigen auch – an den vertragspsychotherapeutischen Sitz der Praxis gebunden ist. Sie müssen sich also in der Praxis befinden und dürfen die Therapie nicht im häuslichen Arbeitszimmer durchführen. Möglicherweise wird es aber kurzfristig eine abweichende Auslegung geben. Bitte verfolgen Sie hierzu auch die Mitteilungen der KVH. Die Landespsychotherapeutenkammer trifft folgende Aussage: „Bitte beachten Sie weiterhin, dass Sie die Videobehandlung von Ihrem Praxissitz vornehmen müssen. Ausnahmen werden von der KV ausnahmsweise nur dann toleriert, wenn sich Psychotherapeut*innen in häuslicher Quarantäne befinden und deshalb die Praxis nicht aufsuchen dürfen“ (https://www.lpk-bw.de/sites/default/files/news/2020/praxisinformationen-fur-kammermitglieder-zum-corona-virus-04-04-10-uhr.pdf) und passend hierzu die Aussage der KV-BaWü unter https://www.kvbawue.de/praxis/aktuelles/coronavirus-sars-cov-2/faq-coronavirus/. Bitte informieren Sie sich für eine verlässliche Aussage bei der betreffenden Psychotherapeutenkammer. Aussagen der KBV finden Sie hier: https://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php

Wie kann ich als TherapeutIn damit umgehen, wenn von Seiten der Patientin der Vorschlag kommt, das Kind während der Videotherapie dabei zu haben?

Eine schwierige Situation. Mein Rat wäre es in dieser Situation, abzuwägen wie wichtig die aktuellen Sitzungen für die Patientin sind und diese ggf. auch im Beisein des (Klein-)Kindes anzubieten, sollten Sie und Ihre Patientin zu dem Schluss kommen, dass eine Videositzung mit diesen speziellen Einschränkungen besser ist, als gar keine Sitzung durchzuführen. Für die konkrete Umsetzung könnte ich mir vorstellen, die Sitzungsdauer zu begrenzen, z.B. auf 25 Minuten und gemeinsam mit der Patientin zu besprechen, wie das Kind in dieser Zeit altersentsprechend beschäftigt und durch die Mutter beaufsichtigt werden kann. Ideen wären hier: Malbuch, Hörbuch, Puzzle,… Vielleicht lassen sich Therapietermine auch mit den Schlafenszeiten des Kindes abstimmen? Auch lohnt es sich eventuell zu überlegen, welche Interventionen sich am ehesten auch im Beisein des Kindes durchführen lassen. Bei Entspannungsverfahren können ältere Kinder sogar mitmachen.

3 Tipps für langfristiges Glück in der Liebe

3 Tipps für langfristiges Glück in der Liebe

Misslungene Tinder-Dates, gescheiterte Paartherapien, hohe Scheidungsraten, unstillbarer Herzschmerz – manchmal hat man den Eindruck, dass Liebe uns mehr Leiden als Glück bringt. Doch das ist keineswegs der Fall! Mit unseren Tipps für Glück in der Liebe erfährst du, wie Liebe entsteht, sich entwickelt und wie sie uns langfristig glücklich machen kann.

Was ist überhaupt Liebe?

Hormone – so lautet die unromantische Antwort darauf, was Liebe ist. Wenn wir uns verlieben, wird der Botenstoff Dopamin in unserem Gehirn ausgeschüttet. Er ist verantwortlich für das Hochgefühl, das uns geradezu überflutet, wenn wir die Person sehen, in die wir uns verliebt haben. Dopamin spielt allerdings nicht nur bei Freude und Belohnung, sondern auch bei Sucht eine große Rolle. Liebe – das körpereigene Kokain? Hinzu kommt, dass die Konzentration des Botenstoffs Serotonin abnimmt. Da dieser niedrige Serotoninspiegel auch bei Menschen mit einer Zwangserkrankung zu finden ist, folgert der Hirnforscher Semir Zeki vom University College London: „Liebe ist am Ende eine Form der Obsession.“ Das klingt erst mal nicht gut, wozu denn das Ganze? 

Warum wir lieben

Biologen argumentieren, dass Liebe dem Überleben der menschlichen Spezies dient. Logisch: Wenn wir uns in jemanden verlieben, wollen wir erfahrungsgemäß mit ihm Sex haben, wir zeugen gemeinsam Kinder, die irgendwann demselben Mechanismus unterliegen. So der Plan der Natur. Die angenehmen Gefühle der Verliebtheit sind also eine Art Köder, um uns fortzupflanzen. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass das ganze Dopamin-Serotonin-Spektakel in unserem Gehirn dem sogenannten Limbischen System zuzuordnen ist. Dieses Limbische System ist evolutionsgeschichtlich älter als unser Neokortex. Mit diesem neueren Teil unseres Gehirns können wir bewusste Entscheidungen fällen. Wir sind also keine Sklaven der Evolution mehr, die auf einen körpereigenen Drogencocktail reinfallen, um Babys in die Welt zu setzen. Und hier kommt auch das Glück ins Spiel.

Liebe ist eine Entscheidung

„Lieben heißt wollen“ lautet der Buchtitel des Berliner Paartherapeuten und Autors Holger Kuntze. In seinem Ratgeber beschäftigt er sich mit der Frage, wie Partnerschaft langfristig gelingen kann. Kuntze argumentiert, dass die Phase der Verliebtheit zwangsläufig vergehen muss und das auch gut sei. Verliebtheit sei ein Ausnahmezustand und wenn wir dauerhaft auf Wolke 7 schweben, würden wir wahrscheinlich nie mit voller Aufmerksamkeit zu den Aufgaben unseres Alltags zurückkehren. Nachdem das erste „Hoch“ des Kennenlernens verflogen ist, müssen wir uns für- oder gegeneinander entscheiden. Das klingt nüchtern, doch kann diese Entscheidung durchaus romantisch sein. Als Erstes kommt uns da natürlich die Verbindlichkeit des Heiratens in den Sinn, doch letztendlich ist Liebe und Partnerschaft eine tägliche Entscheidung, die wir uns mehr bewusst machen sollten, um glücklich zu sein. 

Tipp 1: Das tägliche Ja-Wort

Wenn wir bereits jahrelang in einer Beziehung leben, haben wir oft das Gefühl, dass unsere Partnerschaft einfach dahin plätschert. Viele Paare beklagen sich über weniger Leidenschaft, fehlende Kommunikation oder Streitigkeiten im Alltag. Bei allen Beziehungsproblemen dürfen wir jedoch eines nicht übersehen: Jeder Tag, an dem ich mich nicht von meinem Partner trenne, habe ich mich für ihn entschieden. Das klingt ungewohnt und vielleicht auch etwas übertrieben. Doch wenn wir diese Erkenntnis verinnerlichen und uns diese Entscheidung jeden Tag aktiv bewusst machen, können wir glücklicher mit dem Menschen an unserer Seite sein – schließlich haben wir ihn uns – auch heute – ausgewählt. 

Tipp 2: Das Gute sehen

Hinzu kommt, dass unsere „Paarprobleme“ bis zu einem gewissen Grad eben dazugehören. Wir sind alle nicht vollkommen und den einen Menschen, der dauerhaft für uns perfekt ist, den wird es niemals geben. Trotzdem neigen wir dazu, uns auf die „Fehler“ unseres Partners zu konzentrieren und sie beheben zu wollen. Der Sozialpsychologe Roy Baumeister von der University of Queensland beschreibt in seinem Artikel „Bad is stronger than good“ das Phänomen, dass wir grundsätzlich dazu tendieren, uns auf Schlechtes zu fokussieren, anstatt das Gute zu sehen. Genau das geschieht auch in Liebesbeziehungen. Wenn wir diese menschliche Angewohnheit allerdings durchschauen, können wir ihr aktiv entgegenwirken. Wir können zum Beispiel fünf Eigenschaften aufschreiben, die wir an unserem Partner oder unserer Partnerin schätzen und sie uns einprägen. Diese Liste können wir innerlich abrufen, wenn wir die „schlechten“ Eigenschaften mal wieder in den Fokus rücken. Und wenn man die Sache weniger psychologisch angehen möchte, hilft auch einfach …

Tipp 3: Kuscheln!

Es klingt banal, doch beim Kuscheln wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin gilt als Bindungshormon, es spielt zum Beispiel beim Stillen oder beim Sex eine große Rolle. Oxytocin schafft Vertrauen, ein Wohlgefühl und ist die Antwort der Liebe auf die Strapazen des Verliebtseins. Denn auch wenn mit den Jahren die unbändige Lust und das „Kokaingefühl“ schwinden, Oxytocin und das Gefühl der Nähe bleiben. Viele Paare kuscheln gerne und sollten es sich unbedingt erhalten. Studien mit Oxytocin haben nämlich ergeben, dass das Hormon auch streitschlichtend wirkt. Am Valentinstag muss es im Sinne der Beziehungszufriedenheit daher gar nicht das teure Restaurant sein – die gemütliche Couch reicht vollkommen, um langfristig glücklich zu sein.