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Geschlechterrollen? Höchste Zeit, um mit Klischees aufzuräumen

Der Weltfrauentag am 8. März wurde von der Frauenrechtlerin Clara Zetkin ins Leben gerufen und erstmals 1911 gefeiert. Der Weltfrauentag, oder auch Internationaler Frauentag genannt, steht für die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Damals ging es vor allem darum, dass Frauen das Wahlrecht erhielten, aber auch heute gibt es noch viel zu verändern. Menschenrechte müssen global auch Frauenrechte sein, Schluss mit jeglicher Form der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, gleiche Gehälter für Frauen und Männern, d. h. Schließung der Gender Pay Gap, des Gender Data Gap – die Liste ist lang. Wir müssen unsere Sprache überdenken, gendersensibel formulieren und mehr Vielfalt in unseren Köpfen manifestieren.

Doch bedeutet es, die gleichen Rechte zu haben, auch tatsächlich gleich zu sein? Klischees rund um die Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es zuhauf und sie beeinflussen immer noch unsere inneren Rollenbilder. Was hat es mit diesen Stereotypen auf sich und was nützen sie uns?


Von Einparken bis Angrillen: Geschlechterrollen und typische Klischees

Männer sind nicht empathisch, Frauen sind hysterisch. Männer wollen nur Sex, Frauen sind unfähig im Bereich der Technik und Mathematik. Männer können nicht zuhören und sind wehleidig, Frauen sind zickig. Wir alle haben Klischees und Stereotype über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in unseren Köpfen.

Psychologisch gesehen erfüllen Stereotype eine wichtige Funktion: Sie helfen uns, unsere oftmals komplizierte Welt zu ordnen und sorgen für sozialen Konsens. Dieser kann einerseits für einige amüsant sein – wenn wir uns z. B. an die (fragwürdigen) Comedy-Erfolge von Mario Barth zurückerinnern, der mit seinen Gender-Klischees tatsächlich das Olympia Stadion füllte. Andererseits sind Stereotype äußerst hinderlich, um die typischen Rollenbilder hinter uns zu lassen. Sie setzen den Fokus auch stark auf die klassische Kategorisierung von zwei Geschlechtern, obwohl wir doch inzwischen wissen:

Gender lässt sich als Dimension verstehen. Es gibt so viel mehr als nur männlich und weiblich.

Blicken wir also einmal über den Tellerrand der Alltagspsychologie hinaus und sehen uns die vermeintliche Mann-Frau-Kluft mal genauer an.


Die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau

Die grundsätzliche biologische Annahme ist: Männer haben einen Penis, Frauen eine Vagina. So weit, so weiblich bzw. männlich. Außerdem gäbe es da noch ein paar weitere Organe, wie die Gebärmutter und Eierstöcke, über die Männer nicht verfügen. Aber auch hier müssen wir weiterdenken: Denn es gibt auch Frauen, die keine weiblichen Geschlechtsorgane haben und zum Beispiel nicht ihre Periode bekommen. Dasselbe gilt für Männer: Denn auch Transmänner und Transfrauen müssen hier berücksichtigt werden und sollten in unserem Geschlechterverständnis repräsentiert sein.

Ein zusätzlicher Fakt aus der Biologie: Männer haben „ihre“ Prostata. Allerdings hat ein Forscherteam des Universitätsklinikums für Frauenheilkunde in Wien herausgefunden, dass Frauen ebenfalls prostata-ähnliches Drüsengewebe haben. Diese „weibliche Prostata“ besitzen ungefähr die Hälfte aller Frauen. Statistisch gesehen sind Frauen außerdem weniger krankheitsanfällig und haben eine höhere Lebenserwartung als Männer. Das hat mit den beiden X-Chromosomen der Frauen zu tun, die eventuelle genetische Defekte ausgleichen können. Bei Männern funktioniert das wegen der Unterschiedlichkeit der XY-Zusammensetzung nicht.


Die psychologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau 

Die US-Psychologin Janet Shibley Hyde der Universität Wisconsin hat 46 Meta-Analysen ausgewertet, die sich mit den Unterschieden zwischen Männern und Frauen beschäftigen. Die Untersuchung umfasste dabei alle möglichen Bereiche der Persönlichkeit, der Kognition und des Verhaltens. Das ernüchternde Ergebnis: Männer können ein Wurfgeschoss deutlich schneller und weiter werfen als Frauen. Das war der größte Unterschied, den die Professorin zwischen den Geschlechtern finden konnte. Anatomisch betrachtet keine Überraschung und wenn wir uns an unsere Bundesjugendspiele zurückerinnern, wissen wir: Stimmt – mit einigen Ausnahmen – tatsächlich. Wirklich ernüchternd ist dieses Ergebnis eben allerdings nur, wenn man sich von psychologischer Forschung die Bestätigung gängiger Klischees erhofft hat. Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Unterschiede zwischen verschiedenen Männern, z. B. was die räumliche Vorstellungskraft angeht, genauso oder sogar noch größer sein können, als die zwischen Männern und Frauen. Was uns zum wichtigsten Punkt führt …


Wir alle sind freie Individuen

Die Sex-Gender-Debatte gibt es nicht umsonst. Die Frage ist nämlich eigentlich gar nicht: Was ist typisch Mann oder typisch Frau? Sondern: Was ist überhaupt ein Mann oder eine Frau? Anfangs hatten wir festgestellt, dass die meisten Männer einen Penis haben und die meisten Frauen eine Vagina. Aber dieses biologische Merkmal hat nichts mit der Geschlechtsidentität eines Menschen zu tun. Wir können uns unsere Anatomie zwar nicht aussuchen, aber wir können uns durchaus aussuchen, ob wir als Mann, Frau oder nicht-binär leben möchten. Das bedeutet allerdings auch, dass es jedem Menschen freigestellt ist, inwiefern er oder sie Geschlechterrollen und Klischees erfüllen möchte.

So ist es bei aller Emanzipation für eine Frau ebenso in Ordnung lange Haare zu tragen und gemeinsam mit Freundinnen auf die Toilette zu gehen, wie für Männer Zigarre zu rauchen und Fußball zu schauen – und umgekehrt. Wie können wir also die Klischees in unseren Köpfen am besten langfristig überwinden?


Geschlechterklischees mit Achtsamkeit begegnen

Achtsamkeit ist im Zusammenhang mit Wohlbefinden in aller Munde. Achtsamkeit bedeutet, dass wir bewertungsfrei wahrnehmen. Auch wenn es um die Unterschiede zwischen Männern und Frauen geht, kann uns Achtsamkeit gute Dienste leisten. Begegnet mir z. B. ein Mann in einem Kleid, kann ich mich dabei ertappen, wie ich dieses Outfit innerlich als „weiblich“ bezeichne. Es ist vollkommen normal, dass wir in Folge einer gesellschaftlichen Prägung über Stereotype stolpern, die in solchen Momenten einfach auftauchen. Anstatt dieser Person aber unbeabsichtigt irritierte und unsichere Blicke zuzuwerfen, kann ich mir meines inneren Stereotyps bewusst werden. 

Stereotype und Geschlechterklischees haben sich gesellschaftlich über Jahrhunderte entwickelt. Jeder Tag gibt jedoch einen willkommenen Anlass,, diese zu hinterfragen und unser Verhalten nicht länger danach auszurichten. Damit Menschen völlig befreit von ihrem biologischen- und sozialen Geschlecht (Gender) nicht nur gleichberechtigt sind, sondern jeden Tag sein können, wer sie wirklich sind.

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