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Der Wert der Wertschätzung: Warum tut sie gut und wie kann ich wertschätzender werden?

Wertschätzung – dieser Begriff begegnet vermutlich auch dir immer häufiger. Dabei kann es zum Beispiel um Wertschätzung in Beziehungen, der eigenen Person gegenüber – Stichwort Selbstwert – oder auch um Wertschätzung im beruflichen Kontext gehen. Sie scheint fast universell etwas Gutes zu sein, aber um was handelt es sich dabei eigentlich genau? Und wie können wir wertschätzender werden? In diesem Artikel findest du konkrete Beispiele für Wertschätzung und Tipps, wie du mehr davon in dein Leben bringen kannst.

Was ist Wertschätzung? 

Das Wort Wertschätzung scheint zunächst fast selbsterklärend zu sein: Wir schätzen den Wert von etwas oder jemandem. Dabei geht es aber nicht darum, darüber zu urteilen, ob etwas oder jemand für uns Wert hat oder nicht.

Wertschätzung bedeutet, den Wert – den letztendlich alles für uns haben kann – zu erkennen.

Wertschätzung ist deshalb so besonders und kann sich positiv auf unser Erleben auswirken, weil wir in unseren Gedanken und unserem Verhalten aktiv selbst wertschätzen können. Die Folge: Wir selbst bestimmen über den Wert, den Dinge, Situationen und Personen (einschließlich uns selbst) für uns haben und machen ihn nicht mehr vom Urteil anderer abhängig. 

Wertschätzung ist jedoch kein einmaliger Vorgang, sondern gleicht einer Grundhaltung: Um wertschätzender zu werden, müssen wir den Wert erkennen wollen und üben, wertschätzende Gedanken zu entwickeln. Oft bedeutet das, ganz bewusst unsere Gewohnheiten zu verändern, zum Beispiel die Gewohnheit, eher negativ zu denken oder zu sprechen.

Beispiele für Wertschätzung 

Wertschätzung, ob es nun um deine Beziehung, Freundschaften, deinen Beruf oder deinen Selbstwert geht, beginnt zunächst in wertschätzenden Gedanken. Beispiele für wertschätzende Gedanken sind:

„Ich freue mich, dass ich heute aufgewacht bin.”

„Ich bin dankbar, dass mein Partner oder meine Partnerin in meinem Leben ist.”

„Es ist schön, einen Job zu haben.”

„Ich schätze mich glücklich, dass ich Freunde habe, denen ich mich anvertrauen kann.”

Wertschätzende Gedanken können sich direkt in deinem Verhalten widerspiegeln, etwa indem du bemerkst, dass du öfter lächelst, freundlicher mit anderen sprichst, Komplimente machst oder dich bewusster bedankst.

Vielleicht drückst du auch ganz klar deine Wertschätzung für die Anwesenheit einer Person aus. Zum Beispiel indem du zu ihr sagst: „Schön, dass du da bist.”

Wertschätzende Gedanken beeinflussen außerdem deine Gefühle. Du kannst bemerken, dass gedankliche Wertschätzung ein Gefühl der Freude, Zufriedenheit, Verbundenheit oder Erleichterung mit sich bringt. Das Gefühl, unvollständig zu sein, etwas zu brauchen oder erreichen zu müssen, kann dem Gefühl weichen, bereits viel zu haben und sich erfüllter zu fühlen.

Wie kann ich wertschätzender werden? 

Wir Menschen haben die Tendenz, uns auf Probleme zu fokussieren. Wenn wir unseren Gedanken keine Aufmerksamkeit schenken, wandern sie automatisch immer wieder zu dem, was uns stört, sorgt oder noch besser sein könnte. Um wertschätzender zu werden, kannst du üben, auf deine Gedanken zu achten. Bemerkst du, dass deine Gedanken sich wiederholen und du an das denkst, was anders sein sollte, jedoch ohne zu einer Lösung zu kommen? Dann kannst du dich bewusst „einschalten”.

Nun geht es nicht darum, negative Gedanken zu verteufeln und zwanghaft durch positives Denken zu ersetzen. Das kann zu toxischer Positivität führen. Es reicht, deine Gedanken zu durchbrechen, indem du dir folgende Frage stellst: Was ist gut?

Mit dieser Frage gerätst du sozusagen in ein „positives Grübeln”. Du lässt dir alles Mögliche einfallen, was positiv ist. Du kannst dabei auch an ganz bestimmte Situationen oder Menschen denken, die dir momentan Schwierigkeiten bereiten. Vielleicht gibt es etwas – selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind – das du an ihnen wertschätzen kannst.

Wenn du auf diese Art und Weise wertschätzende Gedanken entwickelt hast, kannst du darauf achten, was dabei mit deinen Gefühlen passiert. Erlaube dir angenehme Gefühle zu erleben, auch wenn ein Ereignis, eine Situation oder eine Beziehung problematisch bleibt. Du kannst zum Beispiel den Verlust eines Familienmitglieds weiterhin betrauern, aber den Zusammenhalt, der dadurch in der Familie gewachsen ist, wertschätzen und diese Wertschätzung ausdrücken. 

Wie kann ich Wertschätzung ausdrücken?

Mitunter mangelt es uns trotz wertschätzender Gedanken und angenehmer Gefühle an Ideen, wie wir anderen Wertschätzung und Respekt zeigen können. Mache dir in diesem Fall bewusst, wie du mit jemandem oder etwas umgehst, der, die oder das dir wirklich wertvoll ist. Vermutlich bist du aufmerksam und nimmst dir Zeit. Du schaust nicht auf dein Handy und bemühst dich, dass es der anderen Person gut geht oder eine Situation sich positiv entwickelt. Wir können einen anderen Menschen anlächeln, ihm sagen, dass wir gerne mit ihm Zeit verbringen oder ihm eine Freude machen. 

Mut zur Veränderung

Es kann ungewohnt sein, sich wertschätzend zu verhalten. Wenn wir selten oder sogar noch nie etwas Wertschätzendes gesagt oder getan haben, können wir fürchten, die andere Person würde sich wundern oder uns nicht ernst nehmen. Das ist theoretisch schon möglich, aber es liegt ohnehin nicht in unserer Hand, was ein anderer Mensch über uns denkt. Wir können uns nur so verhalten, wie wir es für richtig halten. Wertschätzung hat daher auch etwas mit unseren inneren Werten zu tun. Das bedeutet:

Wenn wir beschließen, dass Wertschätzung uns wichtig ist, können wir aktiv mehr davon in unserer Leben bringen und auf diese Weise der Mensch sein, der wir sein möchten – egal, wie andere auf unsere Veränderung reagieren.

Dazu braucht es manchmal eine Portion Mut. Vielleicht kann unser Artikel zur Angst vor Veränderung dabei hilfreich für dich sein. 

Wenn du jedoch wagst, dich wertschätzender zu verhalten, wirst du vielleicht überrascht feststellen können, dass du von anderen selbst mehr wertgeschätzt wirst oder die Dinge sich positiver entwickeln, als gedacht. Auf diese Weise kann Wertschätzung langfristig zu unserem Lebensglück beitragen.

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
Unsere Artikel werden von Psychologinnen und Psychologen geschrieben und von Psychotherapeutinnen geprüft. Wenn du mehr darüber erfahren willst, was uns beim Schreiben wichtig ist, dann lerne hier unser Autorenteam kennen.
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