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Innere Stärke durch Akzeptanz

Sixpack, großer Bizeps, trainierter Gesäßmuskel – wie wir theoretisch zu solch einem starken Körper kommen, wissen die meisten Menschen: Sport und eine gesunde Ernährung. Aber wie sieht es mit der inneren Stärke aus? Was ist das überhaupt und ist es möglich, nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Psyche zu trainieren, um innere Stärke aufzubauen?

Was ist innere Stärke?

Zuallererst: Innere Stärke ist kein festgelegter Begriff, der sich auf eine ganz bestimmte Eigenschaft oder Fähigkeit bezieht. Am ehesten könnte man innere Stärke aber mit dem psychologischen Konzept der Resilienz gleichsetzen.

Resilienz ist unsere psychische Widerstandskraft, also die Fähigkeit, Krisen, Rückschläge oder Verluste zu meistern.

Mit innerer Stärke kann aber auch emotionale Stabilität und eine gute Emotionsregulation gemeint sein. Das bedeutet, ich werde zwar wütend oder traurig, aber ich weiß mit diesen Gefühlen umzugehen und verliere mich nicht in unangemessenen Gefühlsausbrüchen.

Innere Stärke kann also mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder Eigenschaften zu tun haben, möglicherweise auch mit Geduld, Selbstbewusstsein oder dem Gefühl mit sich im Reinen zu sein.

Hast du innere Stärke?

Da innere Stärke also kein eindeutiges Konzept ist, kann man innere Stärke auch nicht durch einen psychologischen Fragebogen messen. Es kommt eher auf deine ganz persönliche Einschätzung an, ob du dich innerlich stark fühlst oder ob es dir vermeintlich an innerer Stärke mangelt. Da du diesen Artikel liest, ist es vermutlich so, dass du dir wünschst, dich innerlich stärker zu fühlen. Vielleicht hast du diesen Wunsch, weil du gerade eine Krise oder schwierige Phase erlebst oder große Veränderungen anstehen. Deshalb möchten wir dich dabei unterstützen, innere Stärke zu entwickeln. Die gute Nachricht vorweg: Innere Stärke zu finden, ist jedem Menschen möglich, wenn wir die bewusste Entscheidung dazu treffen.

Akzeptanz als ein Schlüssel

Oftmals haben wir das Gefühl, dass es uns an innerer Stärke fehlt, wenn wir unangenehme Gefühle und negative Gedanken erleben. Vielleicht fühlen wir uns überfordert oder der Gedanke: „Ich kann nicht mehr”, taucht in uns auf. Wir wünschen uns, positiv auf die Welt zu blicken und Veränderungen gelassen hinzunehmen.

Doch innere Stärke zeigt sich nicht in allen Lebenslagen durch Positivität und Wohlbefinden. Im Gegenteil: Stark können wir uns erst fühlen, wenn wir auch „schwach” sein dürfen – wichtig für das Gefühl innerer Stärke ist, dass wir wissen, wie wir mit dieser „Schwäche” oder Zweifeln umgehen können.

Dafür ist es ratsam, eine neue Sichtweise auf unser unerwünschtes Erleben einzunehmen. Wenn du möchtest, kannst du einmal ausprobieren, wie sich diese akzeptierende Perspektive für dich anfühlt:

Innere Stärke bedeutet nicht, dass es uns gelingt, unerwünschte Gedanken und Gefühle abzuwehren, sondern sie zu akzeptieren.

Das heißt: Du darfst dich genauso fühlen, wie du dich fühlst, jeder Gedanke darf auftauchen und alle Ereignisse dürfen geschehen. 

Warum können wir durch Akzeptanz innere Stärke entwickeln? 

Wenn du dich für alle inneren und äußeren Erfahrungen öffnen kannst, sie zulässt, signalisierst du dir selbst damit: Ich bin stark, ich kann das aushalten und bewältigen. Vermeidest du sie, hältst du dich vermeintlich für innerlich schwach und den stürmischen Zeiten des Lebens nicht gewachsen.

Womöglich wird dir jetzt jedoch etwas unbehaglich, denn wir alle haben schon die Erfahrung gemacht, von Gefühlen überwältigt zu werden und im Gedankenkarussell festzustecken. Gedanken und Gefühle zuzulassen, scheint daher riskant zu sein. Doch auch das hat mit einer Sichtweise zu tun, die du verändern kannst, um mehr innere Stärke aufzubauen.

Gedanken und Gefühle sind nicht gefährlich 

Unerwünscht, unangenehm, nicht hilfreich – all das trifft auf einige unserer Gedanken und Gefühle zu. Sie sind aber nicht gefährlich. Sie können dich nicht verletzen und – solange du sie nicht unhinterfragt für wahr hältst – auch nicht dein Handeln beeinflussen oder gar bestimmen. 

Du kannst dir deine Gedanken und Gefühle wie Wolken vorstellen, die sich ständig verändern und die du beobachten kannst. Hältst du etwas für hilfreich, kannst du genauer hinsehen, belastet es dich, lässt du es ziehen. Du musst Gedanken und Gefühle dabei nicht aktiv wegschieben oder zum Verschwinden bringen. Sie verändern sich von ganz alleine, wenn du nicht auf sie eingehst. 

Diese Sichtweise im Alltag immer wieder einzunehmen und damit zu üben, kann hilfreich sein, um Ängste vor den eigenen inneren Erfahrungen abzubauen. Dadurch können wir uns für sie öffnen, sie akzeptieren und schließlich erleben, dass wir viel stärker sind, als wir dachten. 

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
Unsere Artikel werden von Psychologinnen und Psychologen geschrieben und von Psychotherapeutinnen geprüft. Wenn du mehr darüber erfahren willst, was uns beim Schreiben wichtig ist, dann lerne hier unser Autorenteam kennen.
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