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Optimismus: Wie kann ich eine positive Einstellung lernen?

Optimismus – ein kompliziertes Wort für eine simple Lebenseinstellung: Alles wird gut. Doch auch wenn das einfach klingt, ist es dennoch manchmal nicht so leicht optimistisch, das heißt das Beste erwartend durchs Leben zu gehen. In diesem Artikel geht es deshalb darum, wie du Optimismus lernen kannst. Am besten gehst du direkt optimistisch an die Sache heran: Das klappt bestimmt gut! Los geht’s!

Was ist Optimismus?

Das Wort Optimismus kommt vom lateinischen Wort „Optimum”, das bedeutet „das Beste”. Optimismus ist also eine positive Grundhaltung, wir sind bester Erwartungen. Optimismus bedeutet jedoch nicht, dass wir uns alles schönreden. Es geht eher um die grundsätzliche Annahme, dass sich die Dinge positiv entwickeln werden. Auch wenn es momentan vielleicht nicht gut läuft. Das Gegenteil von Optimismus ist Pessimismus, bei dem wir negativ in die Zukunft blicken. Auch wenn sich manche Menschen klar als Optimisten oder Pessimisten bezeichnen, sind die Grenzen natürlich fließend und wir können im Laufe unseres Lebens mal optimistischer oder pessimistischer sein. In diesem Artikel geht es genau darum, wie wir darauf Einfluss nehmen können.

» Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe. «

Pippi Langstrumpf

Kann man Optimismus lernen?

Vermutlich stellst du dir diese Frage, weil du denkst, eher eine pessimistische Person zu sein. Doch niemand kommt unveränderbar als Pessimist oder Optimist auf diese Welt. Allerdings ist es so, dass uns Menschen der Pessimismus tatsächlich leichter fällt. Das hat mit der Vorsicht vor Gefahren zu tun, die in der Menschheitsgeschichte erheblich zu unserem Überleben beitrug: Wir wollen uns permanent schützen. Wenn ich als Steinzeitmensch immer meine Höhle mit dem optimistischen Gedanken verlasse: „Passiert schon nichts”, verhalte ich mich vielleicht leichtsinnig und kann von einem wilden Tier gefressen werden. Der Sinn für Gefahren, Katastrophen und „kein gutes Ende” wurde uns also in die Wiege gelegt. Das zu wissen, kann sehr hilfreich sein, denn es verdeutlicht uns, dass es tatsächlich notwendig ist, Optimismus zu lernen, während wir meistens mühelos pessimistisch sein können. Aber wie funktioniert Optimismus lernen nun genau?

Optimismus durch Dankbarkeit

Es klingt ein wenig widersprüchlich, aber wir können Zuversicht gewinnen, dass sich die Dinge positiv entwickeln, wenn wir wissen, dass sie bereits gut sind. Der Schlüssel hierbei ist Dankbarkeit. Wenn wir uns in Dankbarkeit üben, wirken wir nämlich unserer menschlichen Tendenz entgegen, uns auf (mögliche) Probleme zu fokussieren. Wir begreifen, dass es genau jetzt sehr Vieles in unserem Leben gibt, für das wir dankbar sein können – und dass es dementsprechend auch in Zukunft immer etwas geben wird, was gut ist. 

Optimismus bedeutet schließlich nicht, dass am laufenden Band all unsere Wünsche in Erfüllung gehen werden.

Den meisten von uns ist auch bewusst, dass das nicht automatisch dazu führt, dass wir glücklich sein können. Es geht eher darum zu erfahren, dass wir durch Dankbarkeit immer in der Lage sein werden, unseren Blick auf das Positive zu richten. Dadurch können wir zum Beispiel zu der Einstellung gelangen: Selbst wenn dieses nicht klappt, kann ich mich über jenes freuen. Interessanterweise kann diese gelassene Haltung auch dazu führen, dass sich die Dinge häufiger nach unseren Vorstellungen entwickeln.

Wie kann ich mich in Dankbarkeit üben?

Sich in Dankbarkeit zu üben, ist nicht schwierig. Was es vor allem dazu braucht, ist Wille und Ausdauer. Wenn du momentan über ein hohes Maß an Selbstmotivation verfügst, kannst du zum Beispiel eine „Dankbarkeits-Kur” machen und einen Monat lang täglich 10 Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Wenn du denkst, dass es da aktuell nichts gibt, weil alles schief läuft, sind hier ein paar Ideen:

  • Ich bin dankbar dafür, dass ich atme.
  • Ich bin dankbar für das warme Wasser aus der Leitung.
  • Ich bin dankbar für meine Wohnung.
  • Ich bin dankbar, dass etwas zu Essen im Kühlschrank ist.
  • Ich bin dankbar für meinen Darm, der so fabelhaft verdauen kann.
  • Ich bin dankbar für meine Lieblingsserie.
  • Ich bin dankbar für meinen letzten Urlaub.
  • Ich bin dankbar für meinen Job.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich mich gerade in Dankbarkeit übe.
  • Ich bin dankbar für mein Haustier.

Wichtig ist, dass du versuchst, diese Dankbarkeitsgründe nicht einfach schnell zu Papier zu bringen, sondern die Dankbarkeit dabei in dir zu spüren. Du kannst dir dafür auch deine Liste am Ende noch einmal durchlesen und jeden Satz drei Sekunden lang auf dich wirken lassen. Falls dir zehn Sätze zu viel sind, kannst du täglich auch nur drei aufschreiben. Bald kannst du bemerken, dass dir im Alltag von ganz alleine noch mehr Dinge einfallen, die gut sind. Und dass dadurch auch dein Blick in die Zukunft weniger getrübt, vielleicht sogar heiter bis sonnig wird. Wir sind optimistisch und wünschen dir das Beste! 

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
Unsere Artikel werden von Psychologinnen und Psychologen geschrieben und von Psychotherapeutinnen geprüft. Wenn du mehr darüber erfahren willst, was uns beim Schreiben wichtig ist, dann lerne hier unser Autorenteam kennen.
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