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Libido steigern: 7 Anregungen für mehr sexuelle Lust

Der Begriff Libido stammt aus der Psychoanalyse und dient als Bezeichnung für unseren „Sexualtrieb”. Mit einer starken Libido ist also gemeint, dass das „sexuelle Begehren” ausgeprägter ist, im Gegensatz zu einer schwachen Libido. Viele Menschen wünschen sich aus unterschiedlichen Gründen, ihre Libido zu steigern. 

Hat die Libido immer etwas mit Sex zu tun?

Interessant ist erst mal, dass der Begriff Libido wie schon erwähnt aus der Psycho­analyse stammt, die in vielen Punkten hinterfragt und kritisiert wird. Zum Beispiel behauptete Freud, Frauen würden Männer um ihren Penis beneiden. Eine These, die unter dem Begriff „Penisneid” bekannt ist. Der Begriff Libido hat es jedoch (unhinterfragt) in unseren Sprach­gebrauch geschafft. Während Freuds Theorie der Libido komplex und auch uneinheitlich ist, gebrauchen wir den Begriff Libido vor allem, um auszudrücken, wie viel oder wenig Lust auf Sex wir haben.

Doch indem wir unseren Sexualtrieb auf die Häufigkeit des Geschlechts­akts beschränken, entgehen uns viele Möglich­keiten, um unsere Libido zu entfalten – und das mag auch ein Grund dafür sein, warum es für uns oft nicht „funktioniert”.

Denn die Libido zu steigern gelingt häufig nicht, indem wir es schaffen, die Sex-Frequenz zu erhöhen, sondern indem wir lernen, unsere Sexualität zu genießen.

Was hat Libido steigern mit Kuchen essen zu tun?

Angenommen, du nimmst dir aus irgendeinem Grund vor, mehr Kuchen essen zu wollen. Vielleicht weil deine Freunde eine Menge Kuchen verputzen. Es gibt da allerdings ein Problem: Du findest Kuchen zwar lecker, aber so richtig Lust, ihn zu essen, hast du gerade nicht. Ob du dich einfach jedes Mal dazu überwinden solltest? Irgendwie fühlt sich das nicht richtig an und den Genuss steigert es auch nicht. 

Zufällig erfährst du von Menschen, denen es ähnlich geht und die dir erzählen, wie sie Kuchen neu genießen lernten. Und zwar nicht unbedingt, indem sie ihn essen. Sie mögen es von Kuchen zu lesen, Podcasts darüber zu hören, sich Back­bücher zuzulegen, Rezepte und Kuchen-Bilder anzuschauen, mit anderen über Kuchen zu sprechen, andere beim Kuchenessen zu beobachten, von anderen Kuchen geschenkt zu bekommen, nur für andere zu backen, Kuchenduft einzuatmen, die einzelnen Zutaten kennen­zulernen – kurzum: Sie haben damit aufgehört, sich um das bloße Kuchenessen zu scheren und sind eingetaucht ins Kuchenuniversum. 

Libido steigern: Weg mit dem Druck

Vermutlich liegt die Auflösung der Kuchen-Metapher auf der Hand: Es geht nicht nur darum, den Kuchen zu essen (Sex zu haben), sondern um das ganze Kuchenuniversum. Das heißt, um die vielen Möglichkeiten, die eigene Sexualität zu genießen. 

Statt dich also zu fragen: Wie kann ich endlich mehr Sex wollen? Kannst du dich mit folgenden Fragen beschäftigen: Was könnte ich mir vorstellen? Was könnte mir Spaß machen? Was finde ich sexuell interessant? Was möchte ich mal ausprobieren?

Es geht darum, dich mit deiner ganz persönlichen Sexualität zu beschäftigen und das auf möglichst vielen Ebenen. So wird sich vermutlich fast wie von selbst deine sexuelle Lust steigern. Wir haben dafür 7 Anregungen für dich.

Anregung 1: Erkunde deinen Körper

Klingt erstmal wenig aufregend und vielleicht denkst du: Mensch, ich kenne meinen Körper doch schon. Aber indem du dir Zeit nimmst, dich für dich selbst nackt ausziehst, dich berührst, vielleicht auch mit unterschiedlichen Gegen­ständen, kannst du dein sexuelles Verlangen „wecken”. Vielleicht möchtest du bei der Erkundung auch Öl oder einen Handspiegel miteinbeziehen.

Anregung 2: Wie wär’s mit Pornografie?

Obwohl der Großteil des pornographischen Materials wenig mit der Realität zu tun hat, kann es unterhaltsam und erregend sein, sich Pornographie anzusehen. Pornos müssen auch nichts mit dem Geschlechts­verkehr gemein haben, den du selbst gern hättest – du darfst einfach anregend finden, was du siehst. In diesem Zusammenhang ist es einerseits zum Beispiel schön, dass es mittlerweile extra porno­graphisches Material für Frauen gibt, wenn diese sich damit „abgeholt” fühlen. Andererseits kann dadurch der Eindruck entstehen, dass es in irgendeiner Weise falsch wäre, wenn man als Frau durch „Männerpornos” erregt wird. Doch die Lust einer Frau zu steigern, kann natürlich genauso funktionieren wie bei Männern oder Menschen diversen Geschlechts.

Anregung 3: Setze deiner Fantasie keine Grenzen

Du darfst dir vorstellen, was du möchtest und mit deinen Gedanken experimentieren: Welche Vorstellungen erregen dich? Legen wir auch hier wieder ein Augenmerk darauf, was bei Frauen die Erregung steigern kann. Eine Studie der University of North Texas ergab zum Beispiel, dass 62% der Studien­teilnehmer­innen sexuelle Fantasien, in denen sie hilflos sind, als erregend empfinden. Es wird vermutet, dass es jedoch noch mehr sind, da Frauen sich für solche Fantasien schämen und in Studien nicht zugeben. Diese Fantasien bedeuten jedoch keineswegs, dass man im echten Leben jemandem hilflos ausgeliefert sein möchte. Es sind Fantasien. Jeder ist der Regisseur oder die Regisseurin im eigenen Kopf und dort darf stattfinden, was dich erregt.

Anregung 4: Hören und lesen

Vielleicht möchtest du ausprobieren, Hörspiele oder Podcasts zu hören, in denen Sexualität Thema ist. Dabei muss es gar nicht um „Pornographie zum Hören” gehen, sondern durchaus um sachliche und interessante Informationen. Das Ziel muss nicht sein, dich zu erregen. Du kannst dich auf allen Ebenen mit Sexualität befassen, um deine Libido zu steigern.

💡 Tipp: Wie wär’s mit einer Dildo-Party? Bei Dildo-Partys wird von einer Fachperson in vertrauter Runde verschiedenes Sexspielzeug vorgestellt. So du kannst in entspannter Atmosphäre mit Freunden oder Freundinnen darüber sprechen und viele Anregungen mitnehmen. Für Dildo-Partys gibt es verschiedene Anbieter im Internet.

Anregung 5: Steigere dein körperliches Wohlbefinden

Deinen Körper zu kennen und dich um ihn zu kümmern, kann dazu beitragen, dass du dich begehrenswert fühlst. Dabei geht es nicht um andere, sondern vor allem um dich selbst. Vielleicht bedeutet das für dich Sport zu treiben, dich gesund zu ernähren, dir eine Massage zu buchen, zur Maniküre, Pediküre oder zum Friseur zu gehen, dir schöne Kleidung zu kaufen – oder deinem Körper einfach Ruhe zu gönnen, indem du ausschläfst oder regelmäßig meditierst. All das gehört auch zur Selbstfürsorge. Vielleicht fragst du dich an dieser Stelle: Was soll ausschlafen mit Libido steigern zu tun haben? Ziemlich viel, denn unter Müdigkeit, Stress und Anspannung wirst du kaum die Muße haben, dich mit dem Thema Sexualität zu beschäftigen. 

Bist du ausgeruht und fühlst dich wohl, magst du deiner Sexualität hingegen vielleicht auch körperlich Ausdruck verleihen, indem du zu einem Twerk-Workshop gehst oder einen Poledance-Kurs besuchst. Sei kreativ und verbinde dich mit deinem Körper und deiner Sexualität.

Anregung 6: Selbstbefriedigung

Wie schon gesagt muss es beim Thema Libido steigern nicht darum gehen, mehr Sex mit einem anderen Menschen und schon gar nicht einer anderen Person zuliebe zu haben. Du kannst auch Sex mit dir selbst haben und zum Beispiel Sexspielzeug ausprobieren. Um die sexuelle Erregung bei Frauen zu steigern, empfehlen sich zum Beispiel sogenannte Druckwellenstimulatoren.

Anregung 7: Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin 

Falls du in einer Beziehung bist, kannst du natürlich deinen Lieblings­menschen in dein Sexualitätsuniversum miteinbeziehen. Frage zum Beispiel, was er oder sie sich wünscht und erzähle, wie das bei dir ist. Vielleicht möchtet ihr auch verschiedene „Arten” von Sex ausprobieren, von romantisch bis schräg oder Sex an unterschiedlichen Orten haben.

Spoiler: Es ist nicht möglich, sich in langfristigen Partner­schaften immer durch „den Reiz des Neuen” gegenseitig bei Laune zu halten – das kann sogar erschöpfend sein. Selbst wenn ihr dauernd experimentier­freudig seid, so werden zum Beispiel selbst Swingerclub-Besuche nach dem zehnten Besuch nicht mehr den nötigen „Kick” liefern.

Es geht bei Anregung 7 also nicht darum, sich ständig neu zu erfinden, sondern Sexualität immer mal wieder zum Gesprächsthema zu machen, um gegenseitig „auf dem Laufenden” zu bleiben.

Bitte mit Vorsicht genießen

Aus unserer Sicht ist es immer ratsam zu hinterfragen, ob du wirklich etwas an deinem sexuellen Verlangen ändern möchtest oder ob du eigentlich zufrieden damit bist, aber aus bestimmten Gründen, z. B. durch sexuellen Druck in der Beziehung oder Vergleiche mit anderen, dich dazu gedrängt siehst. Aus unserer Sicht ist es absolut nicht notwendig, etwas an deiner Libido zu verändern, wenn du selbst damit glücklich bist. Vielleicht interessiert dich in diesem Zusammenhang auch unserer Artikel zum Thema Beziehung ohne Sex. Außerdem kannst du dich in unserem Artikel sexuelle Unlust bei Frauen über mögliche Ursachen für eine geringe Libido oder Libidoverlust informieren.

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ZUM KURS

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
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