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Selbstfürsorge: Balsam für die Seele

Der Begriff Selbstfürsorge begegnet dir in letzter Zeit vielleicht häufiger – in Zeitschriften, Büchern und mitunter auch in Gesprächen. Doch was hat es mit Selbstfürsorge eigentlich auf sich? Wozu ist sie gut und wie kommen wir zu mehr Selbstfürsorge?

Was ist Selbstfürsorge?

Wenn du selbstfürsorglich bist, nimmst du deine Bedürfnisse bewusst wahr und berücksichtigt sie in deinem Alltag. Das bedeutet, du planst und unternimmst Aktivitäten oder auch kleinere Handlungen zu deinem eigenen Wohl. Dabei kann es sich um die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse wie gesund essen, viel trinken oder ausreichend schlafen, handeln. Ebenso gehören aber auch psychische Wohltaten wie Zeit für Mitmenschen, eine Verschnaufpause auf der Couch oder ein Hobby zur Selbstfürsorge. 

Die meisten von uns tun jeden Tag schöne Dinge. Manchmal nehmen wir diese jedoch nicht als solche wahr. Versuche, deine Wahrnehmung für Schönes zu schärfen – vielleicht bist du schon selbstfürsorglicher, als du denkst.

Wie geht Selbstfürsorge im Alltag?

Um herauszufinden, mit was du dir Gutes tun kannst, stelle dir jeden Morgen folgende drei Fragen:

  • Was würde mir heute guttun?
  • Was möchte ich?
  • Was möchte ich nicht?

Diese Fragen zu beantworten und die Antworten darauf ernst zu nehmen, heißt nicht, dass du deinen ganzen Tag darauf ausrichten musst. Natürlich hast du Pflichten, die vielleicht weniger Spaß machen, die du aber trotzdem erledigen musst. Aber wenn du selbstfürsorglich handelst, schaffst du einen Ausgleich zwischen diesen eher unliebsamen und liebsamen Tätigkeiten. Mehr dazu findest du im folgenden Übungskasten. 

Übung

Die Waage

Schritt 1: Einteilen

Schreibe all deine Aktivitäten eines typischen Tages auf ein Blatt Papier. Überlege dann, ob es sich eher um eine Aufgabe / Pflicht oder um eine positive Aktivität handelt. Notiere es in Klammern dahinter.

 

Schritt 2: Wiegen

Stelle dir nun einmal eine Waage vor, die die Aufgaben / Pflichten ins Verhältnis zu den positiven Aktivitäten setzt und wäge diese gedanklich gegeneinander ab. Beim Abwägen ist nicht die absolute Zeit entscheidend, sondern das Ausmaß an Kraft und Erholung, das dir deine schönen Aktivitäten geben, um die vorhandenen Anforderungen deines Alltags zu bewältigen.

 

Schritt 3: Bilanz ziehen

Bist du mit dem Verhältnis zufrieden und findest du, dass du ausreichend positive Aktivitäten in deinem Alltag hast? Falls nicht, kannst du daran etwas ändern! Welche Aktivitäten tun dir besonders gut? Welche kosten vielleicht gar nicht so viel Zeit? Versuche die Waage auszugleichen und mehr oder andere positive Aktivitäten in deinen Alltag zu integrieren.

Frühwarnzeichen erkennen

Wenn du deine Selbstfürsorge vernachlässigst, wird sich das früher oder später bemerkbar machen. Dein Körper und deine Psyche lassen dich wissen, wenn du zu vielen Pflichten und Aufgaben nachgehst, ohne „aufzutanken”. Diese Frühwarnzeichen können bei jedem Menschen anders sein. Allgemein können sie sich auf körperlicher, gedanklicher oder gefühlter Ebene äußern. 

Körperlich bemerken viele Menschen Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Verspannungen. Gedanken bei zu wenig Selbstfürsorge sind zum Beispiel: „Ich muss das noch erledigen” oder: „Ich schaff das alles nicht”. Gefühle, die dich warnen, sind zum Beispiel Unzufriedenheit, Unruhe und Empfindlichkeit.

Sei wachsam und handle selbstfürsorglich, sobald Körper und Psyche dir Signale geben, dass es jetzt Zeit ist, sich um dich zu kümmern.

Wofür ist Selbstfürsorge gut?

Wenn du Aktivitäten unternimmst, die dir Spaß machen, hebt sich deine Stimmung. Darauf zu achten und eine Regelmäßigkeit beizubehalten, kann einer Depression vorbeugen oder depressive Symptome lindern. Selbstfürsorge hat auch einen wichtigen Stellenwert bei der Arbeit am eigenen Selbstwert. Denn für sich selbst Sorge zu tragen bedeutet, sich ernst zu nehmen und sich wertzuschätzen. Weitere Möglichkeiten, deinen Selbstwert zu heben, findest du in unserem Artikeln zum Thema Selbstbewusstsein stärken

Selbstfürsorge kann außerdem deine Beziehungen verbessern! Indem du dein Wohlergehen selbst in die Hand nimmst, wird es weniger von anderen abhängig sein. Auf diese Weise kannst du Beziehungen als eine Bereicherung erleben, ohne fürchten zu müssen, dass du, wenn du allein bist, nicht zurecht kommst und unglücklich bist. 

Klingt gut, aber habe ich Selbstfürsorge überhaupt verdient?

Vielen Menschen fällt es alles andere als leicht, sich selbst Gutes zu tun. Häufig hat das mit dem falschen Glaubenssatz zu tun, dass wir es nicht verdient haben, glücklich zu sein. Um diese (meist unbewusste) Annahme zu widerlegen, tue ganz bewusst etwas, womit du selbst deine Stimmung verbesserst. Vielleicht musst du dich an dieses Vorgehen erst noch gewöhnen, doch es funktioniert! 

Selbstfürsorge kann auch schwerfallen, wenn unserer Selbstwert momentan eher niedrig ist. Auch hier gilt: Anstelle abzuwarten, bis wir uns genug wert sind, damit wir uns selbst etwas Gutes tun können, sollten wir die Reihenfolge ändern. Das bedeutet dort ansetzen, wo wir aktiv etwas verändern können. 

Los geht’s: Was kannst du dir nach dem Lesen dieses Artikels Gutes tun? 

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