12. Mai 2024

Selbstzweifel statt Mutterglück: Eine von drei Müttern leidet unter dem Mom-Impostor-Syndrom

Berlin, 12. Mai 2024 – Mutter sein, das ist das größte Glück für jede Frau, oder? In manchen Momenten stimmt das sicherlich. Aber es gibt auch Zeiten, in denen fühlen sich Frauen überwältigt von der großen Verantwortung und der Fülle an Aufgaben, die es täglich zu bewältigen gilt. Wer dabei alles richtig machen möchte, kann schnell an die eigenen Grenzen der Belastbarkeit kommen. Eine repräsentative Studie der Online-Therapieplattform HelloBetter, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde, zeigt, dass insbesondere junge Mütter vom Mom-Impostor-Syndrom betroffen sind. Sie leiden stark unter dem Gefühl, nicht gut genug zu sein und ihrer Rolle nicht gerecht zu werden. In der Folge befinden sie sich im physischen und psychischen Dauerstress, was bis zum Burnout führen kann.

  • Mehr als jede dritte Mutter unter 35 Jahren (35%) leidet unter dem Mom-Impostor-Syndrom. Betroffene glauben, dass sie den Ansprüchen der Mutterschaft nicht genügen und haben die Sorge, in dieser Rolle nicht gut genug zu sein. Über alle Generationen hinweg teilt knapp jede vierte Mutter (22%) diese Sorge.
  • 24% der Mütter unter 35 Jahren geben an, dass sie durch den Vergleich mit anderen auf Social Media an sich als Elternteil zweifeln. Verstärkt wird dieser Eindruck meist durch Vergleiche mit “Insta-Eltern” oder “Insta Moms”. Auch die Bewertung der eigenen Fürsorge in den sozialen Medien belastet Frauen. 17% fühlen sich durch entsprechende Kommentare, sogenanntes “Mom Shaming”, verunsichert.
  • Hinzu kommt die Erwartung, in allen anderen Lebensbereichen genauso zu performen – als Arbeitnehmende, Partnerin und Freundin. Die Folge: Mental Load. Laut Studie klagt fast jede dritte Mutter (32%) über eine hohe oder sehr hohe Belastung, das eigene Leben, die eigene Familie, den Haushalt, Berufliches und Privates zu koordinieren und zu bewerkstelligen.
  • Alarmierend: 40% der Mütter unter 35 Jahre haben Angst davor, aufgrund der hohen Belastung psychisch zu erkranken.

Mom-Impostor-Syndrom: Viele Mütter stecken in einer tiefen Krise und wünschen sich mehr Selbstsicherheit in ihrer Rolle
“Wer unter dem Mom-Impostor-Syndrom leidet, fühlt sich oft wie eine Versagerin, ist ständig unsicher und oft schlaflos. Insbesondere junge Mütter bis 35 Jahre leiden darunter. Betroffene Frauen geraten in chronischen Stress, Angstzustände und haben oft Schwierigkeiten, nach der Elternzeit wieder in den Job zurückzukehren. Dieses gefühlte Scheitern verstärkt den Druck, der bei vielen auch durch hohe Ansprüche an sich selbst entsteht. Im Zusammenhang mit den Gründen für Mental Load wird das besonders deutlich. Vor allem junge Mütter (bis 35 Jahre) setzen sich selbst sehr unter Druck. Fast die Hälfte (45%) geben zu hohe Ansprüche an sich selbst als Grund für Mental Load an”, kommentiert Dr. Hanne Horvath, Psychologin und Mitgründerin der Online-Therapieplattform HelloBetter die Studienergebnisse.

Mental Load: 32% der Mütter fühlen sich überlastet
All die unsichtbaren Anstrengungen, die es braucht, um das eigene Leben, die eigene Familie, den Haushalt, Berufliches und Privates zu koordinieren, können sich nachhaltig auf die psychische Gesundheit auswirken.. Insbesondere Mütter sind vom ständigen Gefühl der Überforderung betroffen: 32% schätzen im Vergleich zu 23% der befragten Väter ihren Mental Load als hoch bzw. sehr hoch ein. Die Zahlen der Studie deuten darauf hin, dass Care-Arbeit, beispielsweise die Versorgung der Kinder, in vielen Beziehungen noch immer ungleich verteilt ist und eher bei den Frauen liegt. So geben 21% der Mütter im Vergleich zu 14% der Väter an, dass die Kindererziehung einen Teil ihres Mental Loads verursacht. Noch deutlicher sind diese Unterschiede im Bereich der Hausarbeit. 31% der Mütter im Vergleich zu 16% der Väter fühlen sich von den in diesem Bereich anfallenden Aufgaben extrem bzw. sehr gestresst.

Es sind also nicht nur die eigenen Ansprüche, die Frauen so unter Druck setzen, sondern oft eine ungleiche Verteilung der Last. Laut einer Studie des statistischen Bundesamts leisten Frauen durchschnittlich 44 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer. Dr. Hanne Horvath, Psychologin und Co-Gründerin der Online-Therapie-Plattform HelloBetter dazu: “Es ist wichtig zu verstehen, dass der Load, den viele Frauen spüren nicht nur mental ist, sondern ganz konkret auch ein Resultat der unterschiedlichen Verteilung der Last. Konkret arbeiten Frauen im Schnitt insgesamt eine Stunde und siebzehn Minuten mehr als Männer, wenn man Care-Arbeit und Lohnarbeit zusammenzählt. Das ist ein wesentliches Problem und Faktor beim Thema Burnout.”

Ängste: 39% der Mütter sorgt sich um die Zukunft ihrer Kinder
Hinzu kommen große Zukunftsängste angesichts der zum Dauerzustand gewordenen Multikrise. Fast jede zweite Mutter (39%) sorgt sich angesichts von Klimakrise und Kriegen um eine gute Perspektive ihrer Kinder. 31% der Befragten sind besorgt um deren körperliches und psychisches Wohl.

Mom-Burnout: 28% der jungen Mütter haben Angst davor, aufgrund der hohen Belastung
einen Burnout zu erleiden.

Eine ungewisse Zukunft der eigenen Kinder, Mehrfachbelastungen und die große Sorge, bei der Erziehung alles richtig zu machen, können zu elterlichem Burnout führen. Insbesondere junge Mütter schätzen sich selbst als stark gefährdet ein: 28% der Befragten geben an, dass sie Angst davor haben, an einem Burnout zu erkranken. Über Generationen hinweg liegt der Wert noch bei 22%. Die wichtigste Vertrauensperson, um über die eigenen Sorgen und Ängste zu sprechen, ist laut Studie vor allem eine gute Freundin. 44% der befragten Mütter geben an, sich hier Hilfe zu suchen. Erst danach folgt mit 41% der Partner oder die Partnerin als Anlaufstelle.

Dr. Hanne Horvath, Psychologin und Co-Gründerin der Online-Therapie-Plattform HelloBetter: “Mütter können es niemandem recht machen. Ob berufstätig oder nicht – sie stehen unter enormen gesellschaftlichen Druck und das spiegelt sich nicht selten in einer Burnout-Symptomatik wider.”

“Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass insbesondere junge Mütter unter großem Druck stehen. Mir ist wichtig zu betonen, dass dieser Stress nicht nur selbst gemacht ist. Gesellschaftlich sind die Ansprüche an Eltern in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, besonders die Mutterrolle ist inzwischen so verzerrt, dass Frauen es gar nicht mehr richtig machen können und sich zurecht überfordert fühlen”, ordnet Dr. Hanne Horvath die Zahlen ein. “Wir müssen den Weg zu einer “Gut-genug-Kultur” finden und aufhören, Frauen in Rollenbilder zu zwängen. Das wäre das beste Geschenk zum diesjährigen Muttertag”, so Dr. Hanne Horvath weiter.

Über HelloBetter

HelloBetter gehört zu den weltweit führenden Anbietern digitaler Medizinprodukte. Das Unternehmen wurde 2015 von den Psycholog:innen Prof. Dr. David Ebert, Dr. Hanne Horvath und Dr. Elena Heber gegründet. David Ebert, Professor für Psychology & Digital Mental Health Care von der TU München, ist ein international anerkannter Experte und weltweiter Pionier digitaler Interventionen für psychische Erkrankungen. HelloBetter bietet zehn Online-Therapieprogramme aus acht Problembereichen an, die sowohl der Prävention als auch der Behandlung psychischer Erkrankungen wie Depression, Angst- oder Panikstörungen dienen, aber auch eher selten behandelte Themen wie Vaginismus oder chronische Schmerzen abdecken. Mittlerweile wurden sechs Online-Therapieprogramme von HelloBetter durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen und sind für alle krankenversicherten Erwachsenen kostenfrei auf Rezept verfügbar. Bisher wurden mehr als 30 randomisierte kontrollierte Studien zur Wirksamkeit und Kosteneffektivität der Online-Therapieprogramme des Unternehmens durchgeführt und in Peer-reviewed Journals publiziert. Kein anderer Anbieter weltweit kann eine vergleichbar breite Studienlage vorweisen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und Hamburg und beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter:innen. Weitere Informationen unter https://hellobetter.de/

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