Angst und Panik Manifest



Angst und Panik: Was ist Angst?

Angst und Panik: Doch was ist Angst? Angst ist eine Basisemotion, die alle Menschen, unabhängig ihrer Kultur und Erziehung, erleben. Angst gehört somit zum menschlichen Dasein dazu und ist sogar überlebenswichtig, da sie uns vor potenziellen Gefahren schützen soll. Zusätzlich kann Angst auch positiv und angenehm wahrgenommen werden. In der Psychologie wird das als (eng.) „Thrill“ bezeichnet. Es handelt sich um ein zwiespältiges Erleben zwischen Angst und Lust, was stimulierend auf den Organismus wirkt.

Charles Spielberger beschreibt in seinem Angstmodell (1966) die Angst als Emotion, auch (eng.) State-Angst (Zustand) und die Ängstlichkeit als (eng.) Trate-Angst (Eigenschaft).


Weiterhin gibt es einen Unterschied zwischen der Emotion Angst, dem zeitlich beschränkten Zustand des unmittelbaren Erlebens, und der Ängstlichkeit als Persönlichkeitseigenschaft, die unabhängig von zeitlich gebundenen Ereignissen vorhanden ist. Treten Angstzustände jedoch in einem unverhältnismäßigen Maße auf, haben keine  rationale Ursache und sind mit Leiden verbunden, wird dies als Angststörung bezeichnet. 

Angst unterscheidet sich in ihrer Intensität und Erscheinungsform. So gibt es zunächst nach dem Psychoanalytiker Fritz Riemann verschiedene Grundängste der Menschen, die jeder kennt. Dazu zählen die „Angst vor Veränderungen“, die „Angst vor der Nähe“, die „Angst vor Endgültigkeit“ und die „Angst vor der Selbstwerdung“. 

Die Ausprägung von Ängsten, die Intensität, reichen von einfachen Unsicherheiten, wie z. B. einfacher Beklommenheit oder Scheu, bis hin zu starker Furcht

Eine im Außen manifestierte Form der Angst stellt die Phobie dar. Sie richtet sich gegen bestimmte Objekte, Situationen, Räumlichkeiten oder Lebewesen. 

Höhenangst (Akrophobie), Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Platzangst durch viele Menschen auf engem Raum (Agoraphobie), Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) oder die Angst vor der Schwiegermutter (Pentheraphobie) zählen zu weitverbreiteten phobischen Angststörungen. 

Wird die Angst als besonders intensiv wahrgenommen, spricht man von Panik. Dabei treten Angstanfälle, die sich unter anderem durch Kurzatmigkeit, Herzrasen und Schweißausbrüche auszeichnen, auf. Es kann aber auch zu Schockstarren oder Katastrophenlähmungen kommen, die den Betroffenen in besonders angsteinflößenden Situationen bewegungsunfähig machen. 


Körperliche Reaktionen bei Angst

Angst dient eigentlich dazu, uns zu schützen. Wir verspüren Angst, wenn wir uns einer (vermeintlichen) Gefahr ausgesetzt sehen, z. B. ein Auto schnell auf uns zufährt. Angst hat daher eine „Fight or Flight“- Reaktion zur Folge. Das bedeutet, dass wir entweder versuchen zu kämpfen oder zu fliehen – im Falle des Autos ist Flucht die bessere Option. Was in unserem Körper passiert, ist eine Aktivierung, die uns dazu befähigt, schnell und effektiv zu handeln. Die Reaktionen im Einzelnen sind:

  • Sinneswahrnehmungen verstärken sich (vor allem die Pupillen weiten sich)
  • Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol werden freigesetzt    
  • Herzfrequenz steigt
  • Blutdruck steigt
  • Blutgefäße verengen sich
  • Muskeln werden besser durchblutet
  • Blut verdickt sich (als Vorbereitung auf potenzielle Verletzungen)
  • Atmung wird schneller, damit mehr Sauerstoff in die Muskeln geführt werden kann
  • Verdauung und Libido werden gehemmt, um Energie zu sparen
  • Blutzucker steigt 
  • Körpertemperatur steigt
  • Kalter Schweiß tritt aus
  • Zittern
  • Aufmerksamkeit steigt und Nervosität (Erregtheit) breitet sich aus

Für diese Aktivierung des Körpers ist der sogenannte Sympathikus, unser Erregungs- und Anspannungsnerv, verantwortlich. Geht die Gefahr und die Angst vorüber, treten die entsprechend gegenläufigen, hemmenden, körperlichen Reaktionen ein, um den Organismus wieder zu beruhigen, und in den Normalzustand zu versetzen. Diese Funktion übernimmt der sogenannte Parasympathikus, unser Entspannungsnerv. Bei manchen Menschen setzen in Angstsituationen jedoch zuerst die hemmenden Reaktionen ein, was zur besagten Schockstarre führt.

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Verhalten bei Angst

Die Reaktionen auf Angst werden von dem Forscher Siegbert Warwitz in 8 unterschiedliche Verhaltensweisen unterteilt. Dabei bewegen sie sich zwischen den Extremen: Fliehen oder Angreifen, Überhöhen und Verharmlosen.

  1. Vermeidung – es wird versucht dem auslösenden Ereignis auszuweichen 
  2. Bagatellisierung – das als peinlich erlebte Angstverhalten wird vor sich selbst und anderen heruntergespielt
  3. Verdrängung – Angstgefühle werden unterdrückt oder weggeschoben
  4. Leugnung – Angstgefühle werden ignoriert und vor anderen versteckt
  5. Übertreibung – Sicherheitsvorkehrungen werden zur Beruhigung überzogen
  6. Generalisierung – Eigene Angst wird auf andere generalisiert, damit man sich nicht besonders oder alleine fühlt „Jeder hat doch Angst“ 
  7. Bewältigung – angemessene Bemühungen, um mit der Angst umzugehen 
  8. Heroisierung – Gefühl von Heldentum beim Suchen und Erleben, beziehungsweise Bezwingen der Angst

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Was sind Angststörungen?

Angststörungen ist ein Sammelbegriff für psychische Störungen, die mit Angstempfinden verbunden sind. Dabei treten übertriebene oder unverhältnismäßige Angstreaktionen zu tatsächlich fehlenden äußeren Bedrohungen auf. Betroffene können dabei ihre übertriebene Angstreaktion nicht kontrollieren. Angststörungen werden in zwei Kategorien unterteilt. Die erste Kategorie beinhaltet unspezifische Ängste, die spontan und zufällig auftreten und keinen bestimmten Auslöser besitzen. Die zweite Kategorie beinhaltet Phobien. Also Ängste, die auf bestimmte angstauslösende Objekte, Situationen oder Räume bezogen sind. Angststörungen können z. B. entstehen, wenn sich Lebensumstände verändern und diese Veränderungen mit zusätzlichen Belastungen verbunden sind. Beispiele dazu können eine Trennung des Partners, eine schwere medizinische Diagnose, der Arbeitsplatzverlust, der Umzug in eine andere Stadt, die Geburt eines Kindes, der Übergang von der Schule ins Studium oder den Beruf, bzw. der Übergang vom Berufs- ins Rentenleben oder der Verlust eines Angehörigen, Freundes oder Bekannten sein. Im Allgemeinen sind die Ursachen für eine Angststörung jedoch vielfältig und können nicht auf einen einzigen Auslöser heruntergebrochen werden.

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Was sind Panikstörungen?

Panikstörungen setzen voraus, dass der Betroffene bereits eine oder mehrere Panikattacken erlebt hat. Außerdem zeichnen sie sich durch eine dauerhafte Angst, wieder eine Panikattacke zu bekommen, aus. Dabei gibt es für diese Panikattacken keine besonderen Auslöser oder Situationen. So können sie in entspannten Situationen, wie beim Fernsehen, beim Schlafen oder auch in bestimmten Situationen wie beim Einkaufen oder Schwimmen auftreten. In zwei Drittel der Fälle treten Panikattacken in Kombination mit anderen Phobien auf. Die häufigste davon ist die Agoraphobie (Platzangst). Dabei fühlen Betroffene sich eingeengt oder haben Angst vor fehlenden Fluchtmöglichkeiten. 

Die Häufigkeit der Panikattacken variiert dabei zwischen mehrfach täglich bis monatlich. Das macht sie unvorhersehbar, was für Betroffene eine schwere, ständige Belastung darstellt. Schließlich kann die nächste Panikattacke in jedem Moment zu jeder Zeit auftreten. Hierbei spricht man von der sogenannten Erwartungsangst. Betroffene haben hierbei Angst vor der Angst. Die Dauer einer Panikattacke beschränkt sich auf wenige Minuten, bis hin zu einer halben Stunde. In seltenen Fällen können Panikattacken auch mehrere Stunden anhalten. Die Symptome der Panikattacke sind denen der anderen Angststörungen sehr ähnlich:

  • Herzrasen
  • Brustschmerzen
  • Erstickungsgefühle
  • Schwindel
  • Ohnmachtsgefühle
  • Übelkeit
  • Schweißausbrüche
  • Hitzewallungen
  • Zittern
  • Depersonalisationsgefühl / Entfremdungsgefühl (das Gefühl, neben sich zu stehen)
  • Derealisationsgefühl (das Gefühl, in einer fremden Umgebung zu sein)

Zusätzlich zu den genannten Symptomen kann auch die Furcht zu sterben, ein Gefühl von Kontrollverlust oder die Angst wahnsinnig zu werden, entstehen. 

Panikstörungen sind sehr häufig verbreitet. Weltweit sind etwa 3-4 % aller Menschen davon betroffen. Frauen weisen dabei eine etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit auf, eine Panikstörung zu entwickeln. Die meisten Patienten entwickeln diese erstmals zwischen ihrem 20. und 30. Lebensjahr. Mitte 30 sind die Ausprägungen der Panikattacken am stärksten und nehmen mit steigendem Alter immer weiter ab. 

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Erste-Hilfe-Tipps gegen Panikattacken

Was kann man tun, wenn eine Panikattacke eintritt? Hierzu sollen diese Erste-Hilfe-Tipps Unterstützung bieten. Vorab gilt Folgendes zu beachten: Es sind nicht die Symptome an sich, die eine Panikattacke auslösen. Sondern die eigene Bewertung, dass diese lebensgefährlich sind. Je weniger bedrohliche Gedanken aufkommen, desto weniger Angst und Panik wird folglich verspürt.



Achtsames Atmen

Während einer Panikattacke neigen Betroffene dazu schnell und viel Luft einzuatmen, da sie das Gefühl bekommen, zu ersticken. Jedoch vergessen sie dabei wieder auszuatmen. Der erste Rat bei Panikattacken ist deshalb: Die Atmung verlangsamen und die einströmende und ausströmende Luft aktiv spüren. Das aktive Hinspüren hilft dabei einen Fokuspunkt zu finden, um sich nicht in Gedanken an eine mögliche Bedrohung hineinzusteigern. Um dieser Verselbstständigung der Gedanken vorzubeugen, ist es auch hilfreich, die Atemzüge zu zählen. Dabei können jeweils zehn Atemzüge gezählt werden und dann wieder bei 1 begonnen. Es kann auch helfen, die Hand auf den Bauch zu legen und zu spüren, wie sich dieser mit jedem Atemzug bewegt. Dasselbe gilt auch für das tiefe, langsame Einatmen durch die Nase, bei dem jeder Atemzug aktiv wahrgenommen werden kann. Um einer Hyperventilation entgegenzuwirken, kann es ebenfalls helfen, in eine Tüte einzuatmen oder die eingeatmete Luft für etwa 10 – 15 Sekunden anzuhalten, bevor man sie wieder ausatmet. 



Ruhe bewahren

Wenn man selbst von einer Panikattacke betroffen ist, hilft der Tipp „Ruhe bewahren“ in erster Linie natürlich nicht sehr viel. Nichtsdestotrotz hilft es, sich immer wieder bewusst zu machen, dass man keiner akuten Gefahr ausgesetzt ist und die Attacke schnell wieder vorübergeht – auch wenn es sich in dem Moment nicht so anfühlt. Für Begleiter ist dieser Tipp jedoch sehr relevant. Schließlich dürfen sie sich in so einer Situation nicht von der Angst anstecken lassen. Die Angst dabei herunterzuspielen, ist nicht der richtige Ansatz. Stattdessen gilt es für Begleiter als sichere Anlaufstation für den Betroffenen Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. 



Entspannungstechniken

Zahlreiche Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung bauen nachweislich Muskelverspannungen sowie Angst hab. Da diese Methoden zusätzlich sehr leicht zu erlernen sind, eignen sie sich hervorragend, um bei akuten Panikattacken Abhilfe zu leisten. Die Methode funktioniert deshalb so gut, weil sie verschiedene Aspekte wie Konzentrationspunkte, eine geregelte Atemtechnik und gezielte Muskelan- sowie entspannung miteinander kombiniert. 



Selbstmitgefühl

Viele Betroffene schämen sich für ihre Panikattacke. Vor allem, wenn sie an einem öffentlichen Platz stattfindet. Dabei ist es wichtig, dass es einem nicht peinlich sein muss und es keinen Grund gibt, sich dafür zu schämen. Es hilft ebenfalls nicht, aktiv gegen die Angst anzukämpfen, weil das dazu führt, noch mehr zu verkrampfen. Auch wenn es schwerfällt, ist es hilfreicher, seine Gefühle zu akzeptieren und reflektiert zu versuchen zu verstehen, was in und mit einem in dem Moment passiert. Panikattacken kommen schnell, haben aber auch schnell wieder ein Ende. Sich dabei gut zuzureden und zu motivieren, dass die Attacke wieder überwunden wird, kann sehr unterstützend wirken. 



Ablenkung

Während einer Panikattacke sind Betroffene sehr auf sich selbst und ihre Gefühle fokussiert. Dies führt dazu, dass sie sich immer tiefer in die Attacke hineinsteigern können. Um dem vorzubeugen, kann es helfen, den Fokus auf äußere Gegebenheiten zu lenken. 

Weiter kann es helfen, Kaugummi zu kauen. Das bietet eine körperliche Ablenkung und kann nachweislich Stress senken. Laute Musik hören, singen, summen oder auch einfach nur aktive körperliche Bewegung können ebenfalls gute Ablenkungen darstellen.



Kaltes Wasser

Kaltes Wasser senkt die Körpertemperatur und kühlt, beziehungsweise verlangsamt die Atmung. Eine langsame Atmung hilft wiederum Ruhe zu finden und das Trinken sorgt ebenfalls für eine gewisse Ablenkung..



Hilfe holen

Wenn du merkst, dass Atemübungen, Muskelentspannungen und Ablenkungen nicht mehr helfen, ist unter Umständen eine ambulante Behandlung notwendig. In diesem Fall kannst du ein Krankenhaus mit einer psychiatrischen Abteilung aufsuchen, in einigen Städten gibt es auch sogenannte „Angstambulanzen“, die Sprechstunden anbieten oder du kannst andere telefonische Beratungsstellen in Anspruch nehmen, z. B. die Telefonseelsorge.

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Behandlungsmöglichkeiten von Panikstörungen

Bevor man Panikattacken behandeln kann, gilt es herauszufinden, was deren Ursache beziehungsweise Auslöser sind. Panik-ähnliche Zustände können nicht nur mit psychischen Störungen, sondern ebenfalls in einem Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen stehen. Daher ist die genaue Diagnose für eine zielorientierte Behandlung notwendig. Körperliche Erkrankungen, die Panikattacken auslösen, können folgende sein:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Unterzuckerung
  • Asthma
  • Chronische Lungenerkrankungen
  • Schlafapnoe
  • Epilepsie
  • Drogen (Kokain, Amphetamin, Ecstasy, Opiate und Halluzinogene)

Sind die Panikattacken psychologisch bedingt, hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als besonders wirksame Therapieform etabliert. In schwerwiegenden Fällen können zusätzliche Medikamente die Symptome ebenfalls lindern. 

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Angst und Panik: Kognitive Verhaltenstherapie

Die Psychoedukation, d. h. die ausführliche Aufklärung des Patienten über das jeweilige Störungsbild, ist die erste Etappe in der Therapie. Allein durch das Bereitstellen von Informationen und das Vertrautmachen mit typischen Merkmalen, fällt es Betroffenen leichter nachzuvollziehen, was mit ihnen während einer Attacke passiert. So wird die Angst vor dem Unbekannten genommen. Zusätzlich fühlen sich Betroffene nicht allein gelassen, da sie lernen, dass viele andere Menschen ebenfalls dieselben Beschwerden aufweisen. 

In der zweiten Etappe soll der Betroffene während seiner therapeutischen Sitzung eine Panikattacke willentlich hervorrufen. Das kann durch eine Kombination aus schneller Atmung und schneller kreisförmiger Bewegung und der Erzeugung eines Schwindelgefühls entstehen. Das Ziel hinter dieser Übung ist, dass Betroffene lernen, dass Panikattacken nicht durch einen potenziellen Herzinfarkt entstehen, sondern vor allem durch die eigene Atmung reguliert werden. So erhält der Betroffene ebenfalls zum ersten Mal die Kontrolle darüber, wann und wie eine Panikattacke einsetzt. 

Treten Panikattacken in Kombination mit Phobien auf, werden Betroffene während ihrer Therapie immer weiter mit ihren Ängsten konfrontiert. Durch die wiederholende Konfrontation und zusätzliche Wissensvermittlung nehmen die auslösenden Ängste immer weiter ab und die Anzahl an Panikattacken verringert sich. 

Vor Abschluss der Therapie bereitet der Therapeut den Betroffenen auf potenzielle Rückfälle vor. Dieses prophylaktische Wissen dient dazu, dass Betroffene wissen, wie sie mit Panikattacken umzugehen haben und diese selbstständig bekämpfen können. 

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Generalisierte Angststörung

Menschen, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, leben in einem dauerhaften Zustand von Angst, Besorgtheit und Anspannung. Dabei ist die Angst nicht an einen bestimmten Auslöser gebunden, sondern unspezifisch vorhanden.

Betroffene haben die anhaltende Befürchtung, dass sie selbst oder ihre Angehörige einer Gefahr, wie einer Krankheit oder einem möglichen Unfall, ausgesetzt wären. Sich Sorgen zu machen ist für jeden Menschen normal. Jedoch sind diese Befürchtungen bei Menschen mit generalisierter Angststörung viel stärker ausgeprägt, sodass ihr Alltag und der ihrer Angehörigen davon stark beeinträchtigt werden kann. Damit die Diagnose der Generalisierten Angststörung gestellt werden kann, muss der angespannte sowie besorgte Zustand des Betroffenen seit mindestens 6 Monaten dauerhaft vorhanden sein.     

Betroffene erleben dabei folgende Symptome:

  • Anhaltende Nervosität, Sorgen und Ängste
  • Zittern
  • Muskelverspannungen
  • Schweißausbrüche
  • Benommenheit
  • Herzklopfen oder Herzrasen 
  • Schwindel 
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Bauchschmerzen
  • Vermeidung von vermeintlich bedrohlichen Situationen 



Entstehung einer Generalisierten Angststörung

Generalisierte Angststörungen können verschiedene Ursachen aufweisen. Ein Auslöser dafür kann eine genetische Veranlagung sein. Wenn andere Familienangehörige betroffen sind, kann sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, selbst eine Angststörung zu entwickeln. 

Andere genetische Veranlagungen können dafür sorgen, dass gewisse Botenstoffe im Gehirn, vor allem jene, die für Entspannung sorgen sollen, weniger vorhanden sind oder schlechter wirken. In medizinischen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Gehirne von Betroffenen von Angststörungen anders auf äußere Reize reagieren. Dabei ist aber nicht eindeutig zu bestimmen, inwiefern diese biologischen Veränderungen erblicher Natur oder die Folge von Umwelteinflüssen sind. Nach dem neuesten Stand der Forschung wissen wir, dass unsere Erfahrungen unsere Gene durchaus beeinflussen und wir daher nicht unseren Veranlagungen „ausgeliefert“ sind.

Eine weitere Theorie, die die Entstehung von Angststörungen zu erklären versucht, beschäftigt sich mit der frühkindlichen Entwicklung des Menschen. Kinder, die keine sichere Bindung zu ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen entwickeln konnten, waren stärker von Angststörungen betroffen als Kinder mit einem gesunden Bindungsverhalten.



Behandlung einer Generalisierten Angststörung

Generalisierte Angststörungen können verschiedene Ursachen aufweisen. Ein Auslöser dafür kann eine genetische Veranlagung sein. Wenn andere Familienangehörige betroffen sind, kann sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, selbst eine Angststörung zu entwickeln. 

Andere genetische Veranlagungen können dafür sorgen, dass gewisse Botenstoffe im Gehirn, vor allem jene, die für Entspannung sorgen sollen, weniger vorhanden sind oder schlechter wirken. In medizinischen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Gehirne von Betroffenen von Angststörungen anders auf äußere Reize reagieren. Dabei ist aber nicht eindeutig zu bestimmen, inwiefern diese biologischen Veränderungen erblicher Natur oder die Folge von Umwelteinflüssen sind. Nach dem neuesten Stand der Forschung wissen wir, dass unsere Erfahrungen unsere Gene durchaus beeinflussen und wir daher nicht unseren Veranlagungen „ausgeliefert“ sind.

Eine weitere Theorie, die die Entstehung von Angststörungen zu erklären versucht, beschäftigt sich mit der frühkindlichen Entwicklung des Menschen. Kinder, die keine sichere Bindung zu ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen entwickeln konnten, waren stärker von Angststörungen betroffen als Kinder mit einem gesunden Bindungsverhalten.

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Was sind Phobien?

Eine Phobie ist, im Gegensatz zu einer generalisierten Angststörung, die Angst oder Furcht vor einem bestimmten Objekt, Raum oder Situation. Sie ist also auf etwas Spezifisches gerichtet. Die Angst ist dennoch unbegründet, da das angstauslösende Objekt keine Bedrohung für den Betroffenen darstellt. Interessanterweise wissen die Betroffenen sogar selbst, dass ihre Angst unbegründet ist – können sie aber trotzdem nicht „abschalten“. Durch die unbegründete Angst, die während des erlebten Moments sehr intensiv ausfällt, wird die Lebensqualität des Betroffenen gestört. 

Phobien können gegen alles Mögliche gerichtet sein, sodass die unterschiedlichsten Phobien auftreten können. Um eine Phobie von einer normalen Angst zu unterscheiden, muss eine Beeinträchtigung des Alltags oder ein Vermeidungsverhalten des Betroffenen eingetreten sein. Viele Menschen haben Angst oder Respekt vor Spinnen und würden diese nicht anfassen wollen, wenn sie direkt vor einem sitzt. Menschen, die an einer Arachnophobie leiden, würden höchstwahrscheinlich den Raum nicht betreten, in dem sich die Spinne befindet. Dieses Vermeidungsverhalten stellt einen Bestandteil einer Phobie dar. Phobische Ängste werden nicht nur psychisch erlebt, sondern auch von körperlichen Symptomen begleitet, die das negative Empfinden verstärken. 

Dazu zählen folgende Symptome:

  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Ohnmachtsgefühle
  • Hitzewallungen
  • Nervosität 
  • Hysterisches Verhalten

Menschen, die unter bestimmten Phobien leiden, versuchen diese auslösenden Situationen, Räume, Objekte oder Lebewesen zu vermeiden. Je nach Phobie kann sich durch das ausgeübte Vermeidungsverhalten jedoch auch eine generalisierte Angststörung und soziale Isolation entwickeln, da alle Situationen vermieden werden, in der der auslösende Angstreiz vorhanden sein könnte. 

Phobien werden in der Regel in drei Hauptformen unterteilt: Agoraphobie, soziale Phobien und spezifische Phobien. Diese drei Hauptformen können verschiedene Abweichungen und Kombinationen bilden.



Agoraphobie

Die Agoraphobie (Platzangst) bezeichnet die Angst vor großen öffentlichen Plätzen oder Menschenansammlungen. Hierbei haben Betroffene Angst, nicht schnell aus der Situation flüchten zu können. Bei einer potenziellen Gefahrensituation hätten sie keinen sicheren Rückzugsort. Agoraphobien treten oft in Kombination und als Resultat von Panikattacken auf.



Klaustrophobie

Im Gegensatz zur Agoraphobie, der Angst vor öffentlichen Plätzen mit vielen Menschen, haben Klaustrophobiker Angst vor engen oder geschlossenen Räumen. Häufige Beispiele dafür sind Aufzüge, volle Busse oder Bahnen, Flugzeuge, Umkleiden, Kellerräume oder kleine Zimmer. Klaustrophobiker fühlen sich eingesperrt und bekommen schnell das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Genau wie Agoraphobiker bilden Betroffene der Klaustrophobie ein intensives Vermeidungsverhalten aus, um ihren Ängsten zu entfliehen.



Soziale Phobie

Im Gegensatz zur Agoraphobie, der Angst vor öffentlichen Plätzen mit vielen Menschen, haben Personen, die unter Klaustrophobie leiden, Angst vor engen oder geschlossenen Räumen. Häufige Beispiele dafür sind Aufzüge, volle Busse oder Bahnen, Flugzeuge, Umkleiden, Kellerräume oder kleine Zimmer. Menschen mit Klaustrophobie fühlen sich eingesperrt und bekommen schnell das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Genau wie Agoraphobiker bilden Betroffene der Klaustrophobie ein intensives Vermeidungsverhalten aus, um ihren Ängsten zu entfliehen.



Spezifische Phobie

Die spezifischen Phobien können gegen jedes mögliche Objekt, Raum,  Situation oder Lebewesen gerichtet sein:

  • Akrophobie – Höhenangst
  • Aviophobie – Flugangst
  • Dentophobie – Angst vor dem Zahnarzt
  • Alliumphobie – Angst vor Knoblauch
  • Arithmophobie – Angst vor Zahlen
  • Ataxophobie – Angst vor Unordnung 
  • Akrophobie – Angst vor Gold
  • Papaphobie – Angst vor dem Papst
  • Phobophobie – Angst vor der Angst
  • Lutraphobie – Angst vor Ottern
  • Oenophobie – Angst vor Wein
  • Venustraphobie – Angst vor schönen Frauen

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HelloBetter Training: Angst und Panik

Bei HelloBetter bieten wir ein Training gegen Panikattacken und Angstanfälle an, dessen Wirksamkeit durch 2 groß angelegte wissenschaftliche Studien bewiesen wurde. In diesen Studien konnte nach Abschluss des Trainings eine anhaltende Linderung des Auftretens von Angst- und Paniksymptomen nachgewiesen werden. 

Das Training richtet sich an alle Personen, die unter Panikattacken leiden und geprüfte Methoden erlernen möchten, um die Angst vor der Angst zu überwinden. In ansprechenden Texten, Videos und Audios werden bewährte psychologische Techniken vermittelt, die dazu dienen, die eigene Lebensqualität zu verbessern. Ein ausgebildeter Psychologe steht Teilnehmenden während des Trainings zur Seite. Das Programm kann flexibel in den eigenen Alltag integriert werden, sodass man selbstständig zu jeder Zeit darauf zugreifen kann.

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