Depression Manifest


Was ist eine Depression?

Jeder hat mal einen schlechten Tag, fühlt sich niedergeschlagen, traurig und möchte am liebsten den ganzen Tag lang nicht aufstehen. Manchmal ist man auch über mehrere Tage hinweg nicht gut drauf und weiß nicht warum. Stimmungstiefs sind normal und jeder von uns kennt sie. Im täglichen Sprachgebrauch wird der Begriff “depressiv” jedoch fälschlicherweise gern für jegliche dieser vorübergehenden trübsinnigen Stimmungslagen verwendet. Allerdings sollte man erst wachsam werden, wenn die gedrückte Stimmung konstant über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen anhält, denn erst dann könnte es sich psychologisch gesehen um eine Depression handeln. 

Depression kommt aus dem lateinischen „depressio“ und bedeutet „niederdrücken“. Depressionen sind medizinisch betrachtet eine der häufigsten psychischen Erkrankungen unserer heutigen Zeit und werden in der Psychologie der Kategorie der affektiven Störungen (Veränderung der Stimmung) zugeordnet.

 

Etwa 16 – 20 % aller Erwachsenen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Die durchschnittliche Länge einer depressionsbedingten Krankschreibung liegt dabei zwischen 35 – 50 Tagen und ist eine der häufigsten Ursachen einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit. Frauen (24 %) sind dabei vermutlich häufiger betroffen als Männer (15 %). Allerdings schätzen Experten, dass Männer dazu tendieren, lediglich weniger über depressive Symptome zu berichten, sodass Depressionen bei Männern seltener diagnostiziert werden – die Dunkelziffer könnte demnach hoch sein.

Depressionen treten ebenfalls in Kombination mit weiteren psychischen Erkrankungen wie Angststörungen (z. B. sozialen Phobien) auf. Menschen, die bereits an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Störungen leiden, haben eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit zusätzlich zu ihrem vorhandenen Leiden eine Depression zu entwickeln. Statistiken haben gezeigt, dass 53 % aller Betroffenen einer Depression sich ausschließlich in einer unzureichenden hausärztlichen Behandlung befinden, anstatt die Hilfe eines Psychotherapeuten aufzusuchen. Es wird geschätzt, dass 10 – 15 % aller Erkrankten aufgrund ihrer Depression einen Selbstmordversuch unternehmen.

Die Kontaktaufnahme zu seinem Hausarzt oder einem Psychologen ist also äußerst wichtig, da Depressionen ernstzunehmende Erkrankungen darstellen, die von einem Fachmann diagnostiziert und behandelt werden müssen.

Wie entsteht eine Depression?

Niemand ist an einer Depression schuld! Jeder kann von dieser Erkrankung getroffen werden.

Die Ursachen von Depressionen sind nicht eindeutig zuzuordnen und individuell unterschiedlich. Der aktuelle Forschungsstand geht davon aus, dass es zum einen genetische Veranlagungen, eigene Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren aber auch familiäre Bedingungen sowie traumatische Lebenserfahrungen gibt, die zur Entwicklung einer Depression beitragen. Zusammengefasst spricht man in der Psychologie von sogenannten „endogenen“ Faktoren, d.h. Veranlagungen und „exogenen“ Faktoren, d.h. Umwelteinflüssen. Diese beeinflussen sich gegenseitig.

Genetische Veranlagungen

Ein Beitrag zur Entstehung einer Depression liegt in der genetischen Vorbelastung. Wenn im Familienstammbaum Depressionen häufiger auftraten, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass diese bei einem selbst ebenfalls entstehen kann. Sind direkte Verwandte des ersten Grades (Eltern, Geschwister) betroffen, steigert das die Gefahr eine eigene Depression zu entwickeln um 15 %. Bei eineiigen Zwillingen liegt das Risiko, dass beide an einer Depression erkranken, wenn ein anderer direkter Verwandter betroffen war, bei etwa 50 %.  Allerdings lässt sich wissenschaftlich nicht genau sagen, ob nicht doch Umwelteinflüsse in diese Beobachtungen einfließen, da z.B. Geschwister meistens auch unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen. Auch die Depression eines Elternteils muss nicht genetisch bedingt, sondern könnte durch Erfahrungen entstanden sein. Es gibt also kein “Depressionsgen” und die Rolle der Genetik sollte nicht überbewertet werden. Der biologische Forschungszweig der sogenannten Epigenetik geht zudem davon aus, dass unsere Gene von Geburt an nicht endgültig festgelegt sind, sondern durchaus durch Erfahrungen, die wir machen und herbeiführen, verändert werden können. 

Neurologie

Depressionen hängen mit hormonellen Veränderungen bestimmterNeurotransmitter (Botenstoffen) im Gehirn zusammen. Diese Botenstoffe wie zum Beispiel Serotonin, Dopamin und Noradrenalin befinden sich bei Depressionen in einem hormonellen Ungleichgewicht. Serotonin und Dopamin sind Neurotransmitter, die uns glücklich machen. Bei depressiven Patienten sind die gemessenen Konzentrationen von Serotonin und Dopamin niedriger als bei gesunden Menschen. Deshalb ist die Behandlung durch Antidepressiva häufig erfolgreich, da die Wirkstoffe der Medikamente unter anderem die Produktion dieser Botenstoffe erhöht. Es sollte allerdings bedacht werden, dass Antidepressiva nicht bei jedem Betroffenen wirksam sind. Grund hierfür kann eine individuelle Neurotransmitterstörung sein, die das hormonelle Ungleichgewicht bewirkt. 

Zusätzlich zum hormonellen Ungleichgewicht, kann bei einer Depression eine veränderte Aktivität des limbischen Systems festgestellt werden. Das limbische System ist unter anderem für die Regulierung von Stress verantwortlich und steuert Emotionen.  Durch eine Störung dieses Systems wird die Verarbeitung der Gefühle verändert, sodass sich die psychische Verletzlichkeit erhöht. Alltägliche Stimmungstiefs, aber auch Schickssalsschläge werden stärker bewertet und intensiver erlebt, was zu einer Depression führen kann.

Jahreszeiten

Eine im Volksmund bekannte Form der Depression ist die sogenannte „Winterdepression“. Jeder kennt es, wenn die Tage kürzer und ungemütlicher werden, versinken wir auf dem heimischen Sofa und warten bis der Frühling einsetzt. Die „Winterdepression“ zählt zu den saisonal-affektiven Störungen, da sie wie der Name vermuten lässt, zu bestimmten wiederkehrenden Saisons (Herbst, Winter) auftritt. Mit dem Einsetzen des Frühlings klingen die Symptome in der Regel wieder ab. Winterdepressionen entstehen durch eine Störung des Biorhythmus, da durch die vermehrte Dunkelheit zu wenig Licht durch die Netzhaut in die Zirbeldrüse im Gehirn gelangt. Die Zirbeldrüse produziert zum einen das Schlafhormon Melatonin, das uns müde macht und unterdrückt stimulierende Hormone wie Noradrenalin und Dopamin. Deshalb empfinden Betroffene einer Winterdepression eine anhaltende Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Eine etablierte Therapieform gegen Winterdepressionen stellt die Lichttherapie dar. Dabei werden Patienten für einen bestimmten Zeitraum vor eine helle Tageslichtlampe gesetzt, damit die Netzhaut Licht abbekommt und die Zirbeldrüse in der Freisetzung des Schlafhormons Melatonin gehindert wird.

Medikamente

Depressive Symptome können als Folge von medikamentösen Behandlungen und deren Absetzen auftreten. Vor allem das Absetzen bestimmter Medikamente kann Entzugserscheinungen auslösen, die in Depressionen resultieren. Anabolika sind ein gutes Beispiel, da sie sehr suchterregend sind. Das Absetzen des Wirkstoffes ist ähnlich eines Drogenentzugs. Viele andere verschreibungspflichtige Medikamente wie Antibiotika, Neuroleptika, Betablocker oder auch hormonelle Verhütungsmittel, (z.B. „die Pille“), können als Nebenwirkungen depressive Symptome entstehen lassen. Vor der Einnahme solcher Medikamente ist daher eine Konsultation des Hausarztes empfehlenswert.

Drogen

Drogen und psychotrope Substanzen haben einen direkten Einfluss auf neuronale Botenstoffe und deren Transmitter. So können sie deren Freisetzung und Hemmung gezielt beeinflussen. Drogen haben zudem ein hohes Suchtpotential, was bei einem Entzug zu gravierenden körperlichen sowie psychischen Entzugserscheinungen führen kann. Diese Entzugserscheinungen münden oft in Depressionen, da sich der Körper und die Psyche nach dem vermeintlich fehlenden Stoff sehnen.

Schwangerschaft und Geburt

Die Schwangerschaft ist für alle Frauen hormonell betrachtet eine Phase vieler Veränderungen. Der eigene Hormonhaushalt wird auf den Kopf gestellt und Stimmungsschwankungen machen sich regelmäßig bemerkbar. Studien haben gezeigt, dass etwa jede zehnte Frau während ihrer Schwangerschaft von Depressionen betroffen sind.    

Auch die Geburt eines Kindes stellt selbstverständlich, sowohl körperlich als auch psychisch, eine emotionale Ausnahmesituation dar, die  Auswirkungen auf die Stimmung hat. Dabei können im Extremfall zwei Arten von postpartalen (lat. post = nach; partus = Entbindung) Störungen auftreten:

1. Postpartales Stimmungstief / Babyblues 

Durch die abrupte Hormonumstellung nach der Geburt treten Schätzungen zur Folge bei 50 – 80 % aller neu gewordenen Mütter direkt nach der Geburt postpartale Stimmungsschwankungen und Traurigkeit auf. Dieses als „Babyblues“ bekannte Phänomen bildet die mildeste Form einer postpartalen Gefühlsirritation und ist durch häufiges und mitunter plötzliches Weinen und Traurigkeit geprägt. Zusätzlich können allgemeine Reizbarkeit, Sorgen um das Kind, Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Ängstlichkeit und Schlaflosigkeit auftreten. In der Regel klingt der Babyblues jedoch bereits nach einigen Tagen wieder ab.

2. Postpartale Depression 

Setzt der Babyblues erst etwa eine Woche nach der Geburt ein oder hält seit über mehr als zwei Wochen an, spricht man von einer Wochenbettdepression. Dabei treten typische Symptome einer Depression, wie Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit, auf. Statistisch betrachtet erleben 10 – 20 % aller neu gewordenen Mütter im ersten Jahr nach der Geburt eine depressive Episode. Die Auslöser dieser postpartalen Depression lassen sich nicht nur auf den fehlenden Schlaf, die körperliche Umstellung oder die neu entstandene Rolle als Mutter zurückführen. Stattdessen tritt eine Kombination aus der hormonellen Umstellung des eigenen Körper und bestimmten Gefühlen wie Angst, ein Gefühl von Überlastung und Unsicherheit auf. Mütter, die eine Wochenbettdepression haben, fühlen sich ständig erschöpft, überfordert, sind leicht reizbar und werfen sich vor, ihr Kind nicht richtig zu lieben. Sie kommen mit ihren Aufgaben nicht zurecht und haben ein Schuldgefühl, weil sie sich über das Baby nicht freuen.  

Studien zur Folge ist ein entscheidender Faktor bei der Entstehung einer postpartalen Depression, das Fehlen der sozialen Unterstützung während des Wochenbetts. 

Litt die Mutter bereits vor der Geburt an depressiven Episoden oder anderen psychischen Erkrankungen, ist das Risiko einer postpartalen Depression erhöht. Eine Wochenbettdepression sollte behandelt werden, da durch die erlebten depressiven Symptome ein erheblicher Leidensdruck besteht und die Mutter-Kind-Beziehung beeinträchtigt werden kann.

Erziehungsstil und weitere Umwelteinflüsse

Eine weitere Ursache für die Entstehung einer Depression kann bereits im Erziehungsstil der eigenen Eltern liegen. Ein ängstlich-fürsorglicher Erziehungsstil kann in einer so genannten “erlernten Hilflosigkeit” des Kindes resultieren. Das bedeutet: Wächst das Kind in einer überbehüteten Umgebung auf, lernt es nicht ausreichend selbstständig mit Problemen umzugehen, sodass die psychische Verletzlichkeit im Erwachsenenalter, ohne schützende Eltern, entsprechend zunimmt.  

Diese erlernte Hilflosigkeit senkt die Fähigkeit mit stressigen Reizen (Stressoren) richtig umzugehen, wirkt sich auf den Selbstwert aus und bietet daher einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression. 

Traumatische Erlebnisse wie der Verlust einer nahestehenden Person, sexueller Missbrauch, Unfälle, Erlebnisse von Katastrophen oder Krisensituationen, wie die Trennung vom Partner, können ebenfalls die Ausbildung von Depressionen fördern.

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Andere Risikofaktoren

Was sind die Symptome einer Depression?

Bei der Art der Symptome von Depressionen unterscheidet man zunächst in Haupt- und Nebensymptome. Abhängig von der Art und Schwere der vorhandenen Depression treten die Symptome in unterschiedlicher Gewichtung und Häufigkeit auf.

Die Hauptsymptome einer Depression sind:

  • gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Lustlosigkeit
  • Antriebsmangel 
  • Erschöpfung

Die Nebensymptome einer Depression sind:

  • Konzentrationsmangel
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • fehlende Zukunftsperspektiven
  • das Gefühl von Wertlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit 
  • suizidale Gedanken bis hin zu Selbstmordversuchen

Damit von einer Depression gesprochen werden kann, müssen in einem Zeitraum von konstant mindestens zwei Wochen je zwei Hauptsymptome und mindestens zwei Nebensymptome vorhanden sein.

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Was für Arten von Depressionen gibt es?

Zunächst wird die Klassifizierung einer Depression in den Schweregrad unterteilt. Hier unterscheidet man zwischen einer leichten, einer mittelschweren und einer schweren Depression.

Leichte Depression

Bei einer leichten Depression gelingt es Betroffenen noch unter großen Anstrengungen ihren eigenen Alltag zu bewältigen. Bei einer leichten Depression müssen insgesamt 4 Symptome (2 Haupt- und 2 Nebensymptome) vorhanden sein.

Mittelschwere Depression

Bei einer mittelschweren Depression ist die Fähigkeit den eigenen Alltag selbstständig zu bewältigen bereits stark eingeschränkt. Betroffene ziehen sich ebenfalls sozial zurück und die Arbeitsfähigkeit ist sehr beeinträchtigt. Bei einer mittelschweren Depression müssen zwischen 5 – 6 Symptome (2 Haupt- und 3 – 4 Nebensymptome) vorhanden sein. 

Schwere Depression

Bei einer schweren Depression ist es dem Betroffenen nicht mehr möglich den eigenen Alltag selbstständig zu bewältigen. Bei einer schweren Depression müssen insgesamt 7 Symptome (3 Haupt- und mindestens 4 Nebensymptome) vorhanden sein. Zusätzlich zum Schweregrad unterscheidet man je nach der Verlaufsform vier unterschiedliche Arten von Depressionen.

1. Klassische Depression (Unipolar)

Die unipolare Depression, oder im klinischen Kontext auch Major Depression genannt, ist die klassische Art von Depressionen. Es treten die bekannten depressiven Symptome wie Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und sozialer Rückzug auf. Unipolare Depressionen treten in einzelnen Episoden auf. Erst wenn diese Episoden über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen bestehen, kann man eine Major Depression diagnostizieren – andernfalls spricht man von einer depressiven Episode oder Phase. 

2. Bipolare Depression

Die bipolare Depression unterscheidet sich dahingehend zur unipolaren, dass sie auch als manisch-depressive Erkrankung beschrieben wird. Das bedeutet, dass im Gegensatz zur klassischen, unipolaren Depression die Betroffenen extreme Stimmungsschwankungen zwischen einem einerseits niedergeschlagenen und andererseits übertrieben euphorischen Verhalten erleben. Diese Phasen des Hochgefühls und extremer Aktivität werden als manische Episoden bezeichnet. Zwischen den depressiven und manischen Episoden kann es auch Phasen einer ausgeglichenen Stimmung geben. Von einer bipolaren Störung spricht man, wenn die Dauer einer depressiven oder manischen Episode bei mindestens 14 Tagen liegt. 

3. Dysthymie (chronische Depression)

Man spricht bei Erwachsenen von einer chronischen Depression, wenn die Symptome seit mindestens zwei Jahren vorhanden sind. Bei Kindern und Jugendlichen müssen depressive Symptome bereits seit einem Jahr bestehen. Die Intensität der Symptome einer chronischen Depression ist nicht so stark wie die einer akuten. Nichtsdestotrotz empfinden Betroffene dadurch, dass die Symptome ständig vorhanden sind, ein geringes Maß an Energie sowie Antrieb und finden nur wenig Freude am täglichen Leben. Chronische Depressionen können oft unentdeckt bleiben, da Betroffene die permanente Schwermütigkeit als Teil ihrer Persönlichkeit ansehen. Chronische Depressionen können in der Kombination mit akuten Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch auftreten.   

4. Atypische Depression

Die Symptome einer atypischen Depression sind konträr gegenüber einer klassischen Depression. Wer also unter einer atypischen Depression leidet, empfindet nicht die typischen Nebensymptome einer Depression, wie z.B. Appetitlosigkeit. Stattdessen haben Betroffene ein gesteigertes Hungergefühl, was in einer plötzlichen Gewichtszunahme resultiert. Atypische Depressionen treten in Verbindung mit anderen psychischen Störungen, wie unter anderem sozialen Phobien, Angststörungen oder Störungen des sexuellen Lustempfindens, auf. Dadurch, dass sich die Symptome einer atypischen Depression so von den typischen depressiven Symptomen unterscheiden, bestehen Schwierigkeiten der richtigen Diagnose.

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Wie kann man Depressionen vorbeugen?

Man kann sich nicht hundertprozentig vor einer Depression schützen. Dennoch gibt es einige Dinge, die man beachten kann. Studien haben gezeigt, dass sportliche Aktivitäten eine vorbeugende Wirkung auf Depressionen haben können. Wenn man bereits eine depressive Phase überwunden hat, ist die Wirksamkeit regelmäßigen Sports als präventive Maßnahme belegt. Auch für Sportmuffel gilt also: Bei sportlichen Aktivitäten werden Stresshormone abgebaut und Glückshormone freigesetzt. Als Vorbeugung von Winterdepressionen empfiehlt es sich deshalb auch draußen Sport zu machen, damit man noch zusätzliches Tageslicht abbekommt. 

Weiterhin gibt es einige Methoden der sogenannten „Positiven Psychologie“, mit deren Hilfe man das eigene Wohlbefinden fördern kann. Hierbei bestehen Überschneidungen zu verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, sodass die Wirksamkeiten belegt werden können. Ähnliches gilt für Achtsamkeitsübungen, die erfolgreich zur Rückfallprävention von Depressionen genutzt werden.  Weiterhin ist soziale Unterstützung, d.h. (enge) Freundschaften und eine gute Beziehung zu Familienmitgliedern, ein wichtiger Aspekt in der Vorbeugung und Behandlung der Depression.

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Was kann man gegen bestehende Depressionen machen?

Zunächst hilft es, wenn sich alle Beteiligten und auch Angehörige über das Krankheitsbild Depression informieren. So lernen Betroffene die Situation besser zu verstehen und können ihr Verhalten daraufhin anpassen. Da es sich bei einer Depression um eine behandlungsbedürftige Krankheit handelt, ist die professionelle Unterstützung eines Psychotherapeuten unabdingbar. Die kognitive Verhaltenstherapie zeigt bei Depressionen eine gute Wirksamkeit. Zusätzlich können, müssen aber nicht, Antidepressiva für eine Milderung der Symptome zu Hilfe gezogen werden. Das sollte aber in enger Absprache mit einem Psychiater erfolgen. 

Ein entscheidender Faktor beim Kampf gegen die Depression ist neben der Unterstützung aus dem sozialen Umfeld, die eigene Motivation und Willensstärke am Ball zu bleiben.  

Maßnahmen zur Selbsthilfe wie Übungen, Bücher, Online-Trainings und Apps können den Therapieprozess positiv unterstützen und bieten wissenschaftlich belegte Alternativen zur klassischen Therapie.

Bei der Behandlung von Depressionen unterscheidet man in Abhängigkeit des Schweregrades und bisherigen Verlaufs drei verschiedene Therapieformen:

  1. Prävention (beim ersten Auftreten von Symptomen)
  2. Akuttherapie (bei vorliegenden Beschwerden, bis sie abgeklungen sind, für alle Personen, die unter akuten depressiven Symptomen leiden)
  3. Nachsorge (im Anschluss einer Akuttherapie, um einem Rückfall vorzubeugen, empfiehlt sich für Betroffene, die bereits Rückfälle erlebt haben oder Personen, die während der depressiven Phase in ihrem alltäglichen Handeln sehr stark eingeschränkt waren)

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