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Wie lassen sich Angstgedanken loswerden?

Um diese Frage zu beantworten, gilt es zunächst zu verstehen, was Angstgedanken sind, wie sie entstehen und wie sie sich von Angstgefühlen unterscheiden. In diesem Artikel gehen wir auf genau diese Punkte ein und zeigen dir in einem Video 7 Strategien, mit denen du deine Angstgedanken stoppen kannst.  

Was sind Angstgedanken?

Angst ist ein Warnmechanismus und soll uns auf potenziell lebensbedrohliche Gefahren hinweisen. Hätten unsere Vorfahren keine Angst vor dem Säbelzahntiger gehabt und die Großkatze stattdessen streicheln wollen, wären wir heutzutage nicht hier. 

Ängste, egal ob diese begründet sind oder nicht, können erlernt werden. Genauso können sie aber auch wieder verlernt werden. Aus diesem Grund lassen sich auch Angstgedanken stoppen. Menschen haben Angst, wenn die Situation, in der sie sich befinden, als besonders bedrohlich bewertet wird und/oder wenn sie über keine oder nur ungenügende Ressourcen verfügen, um die Situation zu bewältigen.  

Eine Angstreaktion zeigt sich auf verschiedenen Ebenen. Als Gefühl im Körper, dem Verhalten und eben auch auf gedanklicher Ebene. So kann allein der Gedanke, dass etwas Schlimmes passieren wird, Angst auslösen. Solche Katastrophengedanken sind also typische Angstgedanken, weil sie Angst auslösen und deinen Körper in einen Alarmzustand versetzen. Aber auch Erwartungsängste oder Sorgen zählen dazu. Also alle Gedanken, die dich auf irgendeine Weise ängstlich werden lassen. 

Dabei ist wichtig zu verstehen: Angstgedanken sind erst mal nur Gedanken. Und nicht real – obwohl sie sich oft so anfühlen.

„Cogito ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich“ ist einer der bedeutendsten Sätze der Philosophie. Doch was hat er mit Angstgedanken zu tun? René Descartes war Profi im Zweifeln. Er zweifelte die Realität und Sinneswahrnehmungen an.

Hier mal ein Beispiel, wie dir Träume Angstgedanken einflößen können:

Du sitzt im Auto und stehst als Erster an einer Kreuzung. Die Ampel ist rot. Du wechselst den Radiosender, weil dir das Lied nicht gefällt. In dem Moment, in dem du aufschaust, rast ein LKW auf dich zu. Kurz vor dem Aufprall reißt dich dein Wecker aus dem Schlaf. Du schreckst hoch und merkst, dass du schweißgebadet im Bett liegst. Du hast geträumt, aber gerade eben im Traum hat es sich für dich real angefühlt. 

Wie lassen sich also Angstgedanken stoppen? Einfach nicht an beängstigende Dinge denken? Theoretisch ja. Praktisch ist das manchmal gar nicht so leicht. 

 Wie entstehen Angstgefühle?

Unsere Gedanken steuern unser Leben und auch unser Erleben. Schon wenn du nur an eine möglicherweise bedrohliche Situation denkst, wirst du dich ängstlich fühlen. Unsere Gedanken und unsere Gefühle hängen nämlich eng miteinander zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. 

Übrigens kannst du dir den Zusammenhang zwischen Gedanken und Gefühlen zunutze machen. Indem du z.B. vor einem Vortrag denkst, dass du stark und kompetent bist, wirst du dich wahrscheinlich auch so fühlen.

Denn das Angstzentrum unseres Gehirns, die Amygdala, kann nicht unterscheiden, ob du dir etwas eingebildet hast oder es real ist. So entsteht ein Kreislauf zwischen deinen Gedanken, körperlichen Reaktionen und Angstgefühlen. 

Bei Angstgedanken löst die empfundene Angst die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin oder Cortisol aus, die den Körper in einen Alarmzustand versetzen. Folglich fühlen wir uns ängstlich, was den Körper in einen Angstzustand versetzt. Angstgefühle sind also Produkte von Angstgedanken.

Schon die alten Griechen haben den Zusammenhang zwischen Gedanken und Gefühlen erkannt. Epiktet, ein griechischer Philosoph, sagte einst: Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.“

Was ist fiktive Angst? 

Es kann passieren, dass wir mit unseren Bewertungen und Einschätzungen von Dingen und Situationen nicht immer richtig liegen. Dann reagieren wir z.B. vorschnell und sehen eine Gefahr, wo eigentlich keine ist. Bei Angstgedanken oder -gefühlen, die nicht auf begründeten oder realen Tatsachen beruhen, spricht man in der Psychologie von fiktiver Angst.

Fiktive Angst liegt auch vor, wenn wir das Ausmaß einer Gefahr übertreiben und sie als besonders bedrohlich interpretieren – wie die Angst vor der Schwiegermutter.

Angstgedanken loswerden 

Angstgedanken lassen sich stoppen, indem du z.B. die Bewertung der angstauslösenden Situation veränderst. Oder du eignest dir Ressourcen an, mit denen du den Umgang mit Angstauslösern meistern und Angstgedanken vorbeugen kannst. Ressourcen sind Fähigkeiten, Kompetenzen, aber auch äußere Faktoren wie Freunde und Familie, die dich stärken und dir bei der Bewältigung von Hürden helfen können.  

Aus diesem Grund möchten wir dir hier ein ausführliches Video mit 7 Strategien vorstellen, die einen Umgang mit Ängsten erleichtern. Im Video zeigt dir die psychologische Psychotherapeutin Anna Lübberding Ansätze, mit denen sich Angst überwinden lässt.

Hilfestellung

7 Strategien gegen Angst

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