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Burnout in der Landwirtschaft – ein verbreitetes Phänomen?

Menschen aus der Großstadt stellen sich das Landleben in erster Linie idyllisch vor – im Einklang mit der Natur. „Da ist die Welt noch in Ordnung.“ „Da ist alles noch beschaulich” und „Dort ticken die Uhren doch noch anders.“ Die Realität der Landwirtinnen und Landwirte sieht jedoch meist anders aus. Warum es auch in der Landwirtschaft zum Burnout kommen kann und welche Versorgungsmöglichkeiten auf dem Land bestehen – Antworten darauf gibt es in diesem Artikel.

Frische Landluft und Stressbelastung

Das Burnout – ein weitbekanntes Phänomen aus der Arbeitswelt. Bei dem Begriff denken wir vor allem an überarbeitete Menschen aus Konzernen, Lehrkräfte und Pflegepersonal, aber an Landwirtschaft? Wohl kaum. Ein Trugschluss, denn Landwirte und Landwirtinnen stehen gestern wie heute vor großen Herausforderungen. Eine hohe, vielschichtige Arbeitsbelastung, eine 7-Tage-Woche, seltene Pausen, kaum Urlaub, ein immenser wirtschaftlicher Druck oder auch Zukunftsängste um die Übernahme des eigenen Betriebs können ihre Spuren hinterlassen und zu Stress und Burnout führen.

Äußere Risikofaktoren für ein Burnout in der Landwirtschaft

Auch in der Öffentlichkeit stehen Landwirte und Landwirtinnen immer öfter unter Druck. So wird beispielsweise über Bio-Siegel, Haltungs- und Anbau­formen debattiert, während es selten Anerkennung für die harte Arbeit gibt. So sagt zum Beispiel ein Milchpreis von 33 Cent oft nicht nur etwas über die Wertschätzung gegenüber dem Produkt selbst, sondern eben auch gegenüber der Arbeit der Herstellenden aus. Darüber hinaus führt eine solche Preisgestaltung nicht selten zu finanziellen Sorgen auf Seiten der Landwirtinnen und Landwirte.

Die Risikofaktoren für ein Burnout in der Landwirtschaft sind also vielfältig. Aber wie genau äußert sich dann ein Burnout? Woran kannst du es erkennen?

Woran erkenne ich als Landwirt ein Burnout?

Burnout heißt übersetzt so viel wie „Ausbrennen“. Das Burnout wird als Syndrom beschrieben, das durch andauernden Arbeitsstress entsteht, der nicht ausreichend verarbeitet werden kann. Es wird also klar herausgestellt, dass sich ein Burnout auf den Arbeitskontext bezieht.

Anzeichen erkennen

Um die Frühwarnzeichen eines Burnouts rechtzeitig zu bemerken, ist es hilfreich, die unterschiedlichen Symptome zu kennen. Du kannst dir dabei folgende Fragen stellen, die sich auf die drei Hauptsymptome eines Burnouts (nach Maslach) beziehen:

  1. Du fühlst dich erschöpft und energielos, was du sowohl körperlich als auch psychisch wahrnehmen kannst?
  2. Hast du eine zunehmend negative Einstellung gegenüber deinen Aufgaben in der Landwirtschaft? Machst du dich zum Beispiel über sie lustig oder fühlst du dich, als würden sie dich nichts mehr angehen?
  3. Hast du das Gefühl oder bekommst du von anderen die Rückmeldung, dass du weniger leistungsfähig bist? 

Die drei Komponenten des Burnout-Syndroms sind Erschöpfung, Distanzierung und verminderte Leistungsfähigkeit.

Probleme und Hürden in der Versorgung

Die Wartezeit für einen Psychotherapieplatz ist in der Stadt meist schon beachtlich. Auf dem Land sieht die ärztliche und psycho­therapeutische Versorgung  oft noch schwieriger aus. Anders als erwartet zeigen Studien zudem: Menschen auf dem Land leben sogar verhältnismäßig ungesünder als Menschen in der Stadt. Zum Beispiel betreiben Bewohner ländlicher Regionen seltener Ausdauer­sport­arten und sie ernähren sich oft ungesünder. Daher ist der Bedarf für Hilfsangebote auf dem Land höher als das, was aktuell abgedeckt werden kann. Es fehlt an flexiblen und direkt zugänglichen Lösungen.

Ein wichtiger Faktor, wenn es um die Annahme von Hilfsangeboten für psychische Gesundheit geht, ist außerdem das Thema Stigmatisierung. Also die Sorge, von anderen negativ bewertet und in eine Schublade gesteckt zu werden. Diese ist vor allem auf dem Land oft noch weit verbreitet und kann – meist erschwert durch mangelnde Informationsangebote – die Hemm­schwelle erhöhen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Schluss kommen Mitarbeitende der Sozial­versichung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). „Wir haben gemerkt, dass unsere Versicherten nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastet sind, auch wenn das immer noch ein Tabuthema ist“, sagt Carolin Lorenzer (SVLFG).

Die Lösung: flexible Onlineangebote

Es gilt also, verschiedene Herausforderung zu meistern und beispielsweise einen direkten Zugang zu psychologischer Unterstützung für alle Menschen zugänglich zu machen – unabhängig von ihrem Wohnort. Für Versicherte bei der SVLFG heißt das: kostenfreier Zugang zu Online-Gesundheitstrainings bei unterschiedlichsten psychischen Beschwerden. Etwa bei Burnout und Stressbelastung, aber auch bei Depressionen oder Schlafstörungen. 

Diese Angebote sind flexibel und haben den großen Vorteil der Selbst­bestimmung, sodass Betroffene selber über den Umfang der Hilfe bestimmen können. Denn die Trainings können flexibel und nach Bedarf im Alltag integriert werden. Alle verfügbaren psychologischen Online-Trainings von HelloBetter (früher GET.ON) wurden durch mehr als 30 wissenschaftlichen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Sie wurden von Expertinnen und Experten aus der Forschung, Psychotherapie und gemeinsam mit Betroffenen entwickelt. Im Video erzählt ein Landwirt von seinen persönlichen Erfahrungen. Ein HelloBetter-Training half ihm dabei, seine psychische Gesundheit zu stärken und seine Lebensfreude zurückzugewinnen.

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Burnout? Ein Landwirt berichtet:

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