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Schlechter Tag – Was nun?

Kennst du das? Tage, an denen du immer wieder auf die Snooze-Funktion deines Weckers tippst, weil die Welt da draußen dunkel und kalt wirkt. Dein Bett kommt dir wie der einzige sichere Ort vor. Du möchtest dich am liebsten verkriechen. Willkommen an einem schlechten Tag! Warum ein schlechter Tag gelegentlich dazu gehört und wie du ihn meistern kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Schlechte Tage gehören dazu

Zuerst einmal: Es ist völlig okay und normal „schlechte Tage” zu erleben. Männer leben im Durchschnitt 288.182 Tage. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen liegt bei 305.349 Tagen. Da scheint es ganz natürlich, dass nicht jeder Tag ein guter sein kann. Du erlebst täglich viele neue, teilweise herausfordernde Situationen und triffst eine Vielzahl von Menschen. Deine Gedanken und Gefühle werden durch all diese Erlebnisse und Begegnungen beeinflusst. Manche Gedanken und Gefühle nimmst du mit in den nächsten Tag. Zum Beispiel wenn du weiter über einen Konflikt grübelst, den du am vergangenen Tag hattest. Andere wiederum greifst du bereits vorweg, wenn du dir beispielsweise Sorgen über ein anstehendes Gespräch auf der Arbeit machst.

Gefühle ernst nehmen

In einem solchen Fall fühlen wir uns oft ausgelaugt, wütend oder niedergeschlagen und fragen uns vielleicht: Was ist los mit mir? Am liebsten würden wir uns gleich wieder besser fühlen, hätten gern gute Laune, um das Leben zu genießen. Bevor wir allerdings versuchen, die unangenehmen Gefühle so schnell wie möglich loszuwerden, kann es sich lohnen, einen Moment innezuhalten. Unangenehme Gefühle haben nämlich oft eine Botschaft und wollen uns auf etwas hinweisen. Wenn wir zum Beispiel genervt oder verärgert über jemanden sind, kann das bedeuten, dass eine Grenze überschritten wurde und wir mehr Raum für uns selbst brauchen. 

Nicht immer ist es einfach, unseren Gefühlen auf die Schliche zu kommen und sie zu akzeptieren, aber sie können uns Hinweise darauf geben, was uns guttut. Diese Hinweise können uns helfen, gut für uns zu sorgen. So kannst du dir zum Beispiel etwas mehr Raum geben, indem du dich für ein paar Stunden zurückziehst und dir etwas Zeit nur mit dir selbst erlaubst.

Die Hoffnung auf bessere Tage nicht verlieren

Indem du deine Gefühle ernst nimmst, machst du bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstfürsorge. Du gibst dir den Raum und die Zeit, belastende Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. Es kann sehr hilfreich sein, dir an einem schlechten Tag bewusst zu machen, dass du gute Tage nicht erzwingen kannst oder musst. An einem solchen Tag geht es vielmehr darum, dass du gut für dich selbst sorgst und Dinge unternimmst, die dir guttun. Manchmal ist es nämlich völlig okay, einen schlechten Tag zu haben. Die Gewissheit, dass schlechte Tage normal sind und vorbeigehen, kann dir dabei helfen, deine Gefühle und Gedanken zu akzeptieren. Gleichzeitig verlierst du nicht die Hoffnung auf bessere Tage.

Übung

Deine persönliche „Gute Laune Liste”

Zur Aufmunterung an einem schlechten Tag, kann es besonders hilfreich sein, wenn du weißt, was dir guttut. Hilft dir vielleicht die Aussicht auf eine warme Dusche und deine Lieblingsplaylist, um morgens aus dem Bett zu kommen? Oder hilft dir ein Telefonat mit einer Person, die dir nah steht, um einen schlechten Tag bewältigen zu können?

  1. Nimm dir ein paar Minuten Zeit und schreibe einige Dinge auf, die dich an einem schlechten Tag aufmuntern könnten. 
  2. Wenn du fertig bist, schaue auf deine Liste und überlege, welche Dinge du davon im Alltag ohne Probleme unternehmen kannst. Denn die Tätigkeit Skifahren” kann dich zum Beispiel sehr glücklich machen, ist jedoch im Alltag nicht ohne Weiteres möglich. Kreise die Tätigkeiten ein, die du ohne Probleme an einem schlechten Tag unternehmen kannst (z.B. eine Folge deines Lieblingspodcasts anhören). 
  3. Lege deine Liste an einen Ort, an dem du sie leicht wiederfinden kannst, wenn es dir einmal nicht gut gehen sollte (z.B. neben dein Bett). Beobachte in den nächsten Wochen weiter, welche Tätigkeiten dich glücklich machen, wenn es dir nicht gut geht und ergänze die Liste entsprechend.

Für weitere Ideen schau doch gern einmal auf unserem Blog vorbei. Dort findest du etwa Artikel zum Thema glücklich sein, Gelassenheit oder gute Laune bekommen.

Was tun, wenn sich die schlechten Tage häufen?

Oft müssen wir den einen schlechten Tag meistern, um am nächsten Morgen zu erkennen, dass die Welt schon wieder ein bisschen heller und freundlicher aussieht. Es kann jedoch auch Phasen in deinem Leben geben, in denen sich die schlechten Tage häufen. Das kann zum Beispiel nach einer Trennung oder in einer anspruchsvollen Phase auf deiner Arbeit der Fall sein. Manchmal kannst du vielleicht auch gar nicht unbedingt ausmachen, woran es liegt. In einer solchen Phase lohnt es sich, dir selbst gut zuzuhören und zu erkunden, was dahinter steckt. 

Denn schlechte Tage können ein wertvoller Wegweiser sein. Sie können dir aufzeigen, dass es etwas in deinem Leben nicht so läuft, wie du es dir wünscht. Wenn du weißt, was schief läuft, kannst du aktiv werden und die Lösung deines Problems selbst in die Hand nehmen.

Solltest du auch nach einiger Zeit nicht herausfinden können, weshalb es dir schlecht geht, kann es sich lohnen, mit Familie und Freunden zu sprechen oder das Gespräch mit einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten zu suchen. Diese haben durch ihre Expertise und Erfahrung oftmals die Möglichkeit, aus einem anderen Blickwinkel auf dein Problem zu schauen. So können sie dich dabei unterstützen, dich selbst besser zu verstehen. 

Eins ist sicher – kein schlechter Tag bleibt ewig. Schlechte Tage können uns als wertvolle Wegweiser dienen, wenn wir lernen unsere Gefühle ernst zu nehmen und gleichzeitig die Hoffnung auf bessere Tage nicht verlieren.

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Autorin:
Anna Unger-Nübel Psychologin
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