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Wie kann ich gute Laune bekommen?

Unsere Laune scheint uns manchmal unberechenbar. Die sprichwörtlichen Erklärungen, mit dem „falschen Fuß” aufgestanden zu sein oder einen „Clown gefrühstückt” zu haben, spiegeln die Willkürlichkeit griesgrämig oder zu Scherzen aufgelegt zu sein wider. Natürlich können wir auch aufgrund bestimmter Anlässe gute Laune bekommen. Allerdings sprechen wir dann meistens von Freude oder Glück

Wenn du gute Laune bekommen möchtest, kann es jedoch hilfreich sein, nicht auf die großen „Events” zu schielen, die uns erfreuen, sondern die Vorgänge deiner Psyche mal ganz genau zu beobachten – und mit etwas Übung zu verändern.

Was ist eigentlich gute Laune?

Wie ist das, wenn du gute Laune hast? Gute Laune ist nicht nur an angenehmes Gefühl, ein Wohlbefinden, meistens führt gute Laune auch dazu, dass wir einen positiveren Blick haben. Sind wir gut gelaunt, sind unsere Probleme halb so schlimm und wir blicken optimistischer in die Zukunft. Doch ob nun Wohlbefinden, unsere Einstellung zu den Dingen oder Optimismus: Der Ursprung für all das liegt in unseren Gedanken. 

Wie entsteht gute Laune?

Wenn du gute Laune hast, klingen deine Gedanken vielleicht so: „Was für ein schöner Tag heute, vielleicht gehe ich noch spazieren.” 

Wenn du schlechte Laune hast, eher so: „Das macht mir alles keinen Spaß, ich will einfach meine Ruhe haben.”

Es beginnt ein Teufelskreis oder eine Positivspirale: Du kannst es dir so vorstellen, als würden deine „dunklen” Gedanken deine Stimmung dunkel einfärben und umgekehrt. Oder deine „hellen” Gedanken können deine Stimmung aufhellen. Und natürlich kennen wir alle die Nuancen dazwischen, das Farbgemisch des Alltags. Wir fühlen uns weder wirklich gut, noch haben wir schlechte Laune. Doch konzentrieren wir uns jetzt darauf, welche Rolle deine Gedanken dabei spielen können, wenn du gute Laune bekommen möchtest. 

Gute Laune bekommen auf 3 Wegen

Jetzt haben wir 3 verschiedene Strategien für dich, um deine Stimmung aufhellen zu können.

1Positiv denken und Dankbarkeit

Das Naheliegendste, um deine Stimmung aufzuhellen, ist: Positiver denken. Dabei ist es jedoch wichtig, dass wir nicht in die Falle toxischer Positivität tappen, uns also nicht zum positiven Denken zwingen und es mit der Positivität übertreiben. Gedanken wie: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt”, dürfen also getrost ungedacht bleiben. 

Ratsamer ist es, sich in Dankbarkeit zu üben. Das bedeutet, dich an das zu erinnern, was tatsächlich bereits gut ist. Die Schwierigkeit dabei: Dankbare Gedanken werden dir bei schlechter Laune wahrscheinlich nicht zufliegen. Du musst dich also ganz bewusst an diese Strategie erinnern und dann kannst du zum Beispiel 10 Dinge aufschreiben, für die du dankbar bist. Wenn du einen schlechten Tag hast, wiederhole diese Übung jede Stunde – und beobachte, was sie mit deiner Stimmung macht. 

2Aktiv werden

Erinnere dich noch einmal daran, dass Gedanken einen Teufelskreis oder eine Positivspirale nach sich ziehen können. Wenn du schlechte Laune hast, unterbrichst du diesen Teufelskreis aus negativen Gedanken und unangenehmen Gefühlen am besten, indem du aktiv wirst. Mache etwas, was dir Spaß macht: ein Buch lesen, kochen, shoppen, eine liebe Person treffen, baden, tanzen – was immer dein Herz begehrt. Diese Aktivität kann das Gedankenkarussell unterbrechen und neue Gedanken mit sich bringen – und die Stimmung schnell heben. 

Immer gute Laune gibt’s nicht

Es ist gar nichts dagegen einzuwenden, sich täglich um gute Laune zu bemühen. Jeder Mensch möchte sich schließlich gut fühlen. Aus psychologischer Sicht sollten wir allerdings darauf achten, dass wir nicht in die „Erfahrungsvermeidung” geraten. Erfahrungsvermeidung bedeutet, dass wir versuchen, unangenehmen Gefühle und unerwünschte Gedanken aus dem Weg zu gehen. Du kannst es dir so vorstellen, als würdest du immer Medikamente nehmen, wenn du krank bist, um das Kranksein nicht zu fühlen. Natürlich ist es in vielen Krankheitsfällen ratsam, Medikamente zu nehmen. Wenn wir das aber jedes Mal schon beim ersten Anschein von Kopfschmerzen machen, schaden wir unserem Körper eventuell mehr, als ihm Gutes zu tun. 

So ist es auch mit unserer Psyche. Unsere Stimmung mit einer der obigen Strategien zu heben, ist ganz prima – doch wir sollten nicht jeden Anflug von schlechter Laune bekämpfen. Kommen wir daher noch zur dritten Strategie:

3Gleichmut statt guter Laune

Gute Laune bekommen zu wollen und sich darum zu bemühen, kann sehr anstrengend sein. Manchmal tut es daher auch einfach gut, die schlechte Laune da sein zu lassen.

Es ist menschlich, nicht immer gute Laune zu haben. Und wir dürfen es uns erlauben, menschlich zu sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns in schlechte Stimmung weiter hineinsteigern. Es bedeutet: Wir bemerken, dass wir Stimmungsschwankungen oder schlechte Laune haben und wir beobachten sie möglichst neutral. Dafür kannst du dir zum Beispiel vorstellen, du erlebst diese Stimmung zum allerersten Mal: Wie fühlt sich das eigentlich an? Welche Gedanken tauchen auf? Spürst du etwas in deinem Körper? Nimm auch den Wunsch war, gute Laune zu bekommen. Du kannst den Drang nach guter Laune langsam aber sicher loslassen, wenn du auch schlechte Laune gleichmütig da sein lassen kannst. 

Egal, für welche Strategie du dich entscheidest: Wichtig ist, dass du das Gefühl bekommst, dass deine Launen vielleicht nicht berechenbar sind, aber es liegt immer in deiner Hand, wie du auf sie reagierst.

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ZUM KURS

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
Unsere Artikel werden von Psychologinnen und Psychologen geschrieben und von Psychotherapeutinnen geprüft. Wenn du mehr darüber erfahren willst, was uns beim Schreiben wichtig ist, dann lerne hier unser Autorenteam kennen.

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