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Boreout – belastende Langeweile

„Ist doch super! Fürs Nichtstun bezahlt werden!” Was auf den ersten Blick vielleicht verlockend klingen mag, kann zur richtigen Belastung werden. Dann nämlich, wenn Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz zum Alltag werden und ein Boreout entsteht. Wir zeigen dir, was hinter diesem noch jungen Begriff steckt, welche Folgen für Körper und Psyche entstehen können und wie du wieder mehr positiven Stress in dein Leben bringen kannst. 

Was ist ein Boreout?

Während Burnout mittlerweile den meisten Menschen ein Begriff sein wird, ist der gegensätzliche Boreout noch recht unbekannt. Damit gemeint ist ein Zustand, der durch andauernde Unter­forderung, Langeweile und Unzufriedenheit im Job hervorgerufen wird. Das kann dann der Fall sein, wenn wir ständig zu wenig zu tun haben oder wenn die Arbeit unsere Fähigkeiten und unser Wissen nicht fordert. Dadurch fühlen wir uns zum Beispiel nicht ausgelastet und unser Job verliert seinen Sinn. Dabei ist das Nichtstun beim Boreout weder selbst ausgesucht noch mit Faulheit verbunden. Ganz im Gegenteil. Ein Boreout entsteht, weil wir eigentlich etwas leisten wollen, aber letztlich die Motivation verlieren, weil wir ständig unterhalb unserer Möglichkeiten bleiben. 

Boreout meint im Deutschen so etwas wie „ausgelangweilt”, sich also gelangweilt haben, bis nichts mehr geht. Erstmal aufgetreten ist der Begriff 2017 im Buch „Diagnose Boreout”, das von zwei Schweizer Unternehmensberatern geschrieben wurde. Entgegen des Titels handelt es sich beim Boreout aber weder um eine eigenständige Diagnose, noch wird der Begriff bislang in den gängigen Klassifikationssystemen erwähnt.

Boreout Symptome kennen 

Laut den Autoren kann sich Boreout in einer Reihe von Symptomen bemerkbar machen, die denen eines Burnouts oder auch Depressionen ganz ähnlich sind und über das Arbeitsumfeld hinausgehen. Dazu können Erschöpfung, Nieder­geschlagen­heit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, sozialer Rückzug, Appetitlosigkeit und der Verlust von Interesse gehören. Typisch für ein Boreout sind darüber hinaus eine ständige Unterforderung und Unzufriedenheit im Job, die Stress auslösen können. Nicht selten zeigt sich dieser in Form psychosomatischer Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Verspannungen oder auch Hautausschlag durch Stress.

Da meist mehrere Symptome zusammen auftreten, spricht man auch von einem sogenannten Boreout-Syndrom.

Der Schein trügt

Darüber hinaus zeigen Menschen mit Boreout zwei zentrale Verhaltensweisen. So lenken sich viele ab, um den Tag trotz allem einigermaßen zu füllen und „rumzubekommen”. Sie surfen beispiels­weise im Internet, telefonieren oder schreiben private Nachrichten. Zudem täuschen Betroffene oft ein hohes Arbeitspensum vor, indem sie zum Beispiel im Team darüber erzählen, Aufgaben unnötig in die Länge ziehen oder sogar Überstunden machen. Dahinter steckt meist die Angst, aufgrund der Unterbeschäftigung den Job zu verlieren.

Hinzu kommt, dass Stress und „viel zu tun” zu haben, in unserer Gesellschaft leider immer noch „zum guten Ton” gehört und entsprechend erwartet wird. 

Solche Verhaltensweisen mögen zwar kurzfristig hilfreich sein, weil sie Beschäftigung schaffen beziehungsweise vortäuschen, sie lösen aber langfristig nicht das Kern­problem der Unter­forderung. Ganz im Gegenteil. So kann genau dieses Versteck­spiel dazu führen, dass Aufgaben an andere verteilt werden und Langeweile, Belastungen und letztlich auch Schuldgefühle zunehmen. 

Wie entsteht ein Boreout-Syndrom? 

Es gibt drei Faktoren, die für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz entscheidend sind: Sinn, Zeit und Geld. Ein Boreout entsteht vor allem dann, wenn es der Arbeit an Sinnhaftigkeit fehlt. So nach dem Motto „Warum mache ich das überhaupt? Ich werde ja eh nicht gebraucht.” Zudem definieren wir Menschen einen großen Teil unseres Selbstwerts über unsere Arbeit und die Anerkennung und Wertschätzung, die wir dort erfahren. Das heißt, eine sinnstiftende Beschäftigung und das Gefühl, gebraucht zu werden, können uns stärken und erfüllen. Fehlt das alles, kann es zum Boreout kommen. 

Die Gründe für ein solches Beschäftigungs­verhältnis sind ganz verschieden. So können vor allem unterschiedliche Erwartungen auf Führungsebene und auf Seite der Beschäftigten dazu führen, dass Aufgaben ungünstig verteilt werden. Auch strukturelle Dinge wie der 8-Stunden-Tag und feste Präsenz­zeiten können ein Boreout begünstigen. Wenn sich Arbeits­zeiten also nicht flexibel an das jeweilige Arbeits­pensum anpassen lassen, sondern „gefüllt” werden müssen. 

Gelangweiltes Gehirn – gelangweilter Mensch 

Die Entstehung eines Boreouts hängt aber nicht nur vom eigenen Erleben ab, sondern auch von dem, was dadurch in unserem Gehirn passiert. Wenn wir nämlich im Job heraus­gefordert werden, Situationen erfolgreich meistern und uns wertgeschätzt fühlen, schüttet unser Gehirn verschiedene Stoffe wie das Glücks­hormon Serotonin, das Stress­hormon Cortisol und das Bindungs­hormon Oxytocin aus. Diese steigern unter anderem unsere Stimmung, wirken als natürliche Entzündungs­hemmer und erhöhen kurzfristig unsere Leistungsfähigkeit. Wenn wir also unterfordert sind, werden auch weniger dieser Stoffe ausgeschüttet und ein Boreout kann entstehen.

Auf lange Sicht wird ein Boreout meist selbst zum Stressfaktor und führt zur Ausschüttung entsprechender Stresshormone. Der Unterschied: Weil dieser Stress in der Regel anhält, wirken sich die Hormone gegenteilig aus und schwächen unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.

5 Tipps gegen Boreout

Herausforderungen und ein gesundes Maß an positivem Stress – auch Eustress genannt – können unsere Stimmung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit also verbessern. Wie kannst du das nutzen, um dein Boreout zu überwinden? Wir geben dir fünf Tipps. 

1Erkenne und beobachte deine Situation

Willst du deine Situation verändern, ist es sinnvoll, erst einmal zu schauen, in welcher Situation du dich überhaupt befindest. Wie geht es dir im Job? Wie verbringst du deine Arbeitszeit? Was langweilt dich und was macht dir Spaß? Was wünschst du dir? Schreib diese Dinge auf – am besten auch regelmäßig. Das alles kann dir helfen, deine Situation in die richtige Richtung zu lenken.

2Such das Gespräch

Auch, wenn das oft leichter gesagt ist, als getan. Die Initiative zu ergreifen und ein Gespräch mit deinem Chef oder deiner Chefin zu suchen, kann deinem Boreout entscheidend entgegenwirken und wird meist sehr positiv bewertet. Besprich deine aktuelle Arbeitssituation und vermittle aktiv Verbesserungs­vorschläge (z.B. Mitarbeit bei einem bestimmten Projekt, flexible Arbeitszeiten), denn du weißt am besten, was du dir wünschst. Dabei können dir auch deine Notizen aus dem ersten Tipp helfen. 

3Mach dir positiven Stress

Trainiere deine Leistungsfähigkeit, indem du deinen Geist neben der Arbeit herausforderst. Lerne eine Sprache, lies ein Buch oder bilde dich anderweitig fort. Wenn du diese Aufgaben dann bewältigst, schüttet dein Gehirn zusätzlich Glücks- und Bindungshormone aus und das stärkt deine Stimmung. Unterforderung im Job muss nicht Unterforderung im Leben bedeuten.

4Stärke deinen Selbstwert

Wenn es im Job an Anerkennung und Wertschätzung fehlt, kann das unser Selbstvertrauen schwächen. Arbeite also gezielt daran, deinen Selbstwert zu stärken. Indem du dich beispielsweise mit Menschen umgibst, die dir wichtig sind. Oder auch deine Freizeit ganz eigenbestimmt und aktiv gestaltest. Damit zeigst du dir selbst, dass du mehr bist, als bloß die Arbeit, die du leistest.

5Wage einen Neuanfang

Wenn sich an deiner Arbeitssituation trotz allem nichts ändert und du weiterhin unterfordert, gelangweilt und unzufrieden bist, dann mache einen Neustart. Das kann bedeuten, dass du die Abteilung wechselst oder auch den kompletten Job. Suche dir neue Herausforderungen und finde eine Arbeit, die wirklich zu dir und deinen Fähigkeiten passt.

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