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Wenn alles zu viel wird – was hilft?

Auch wenn es zunächst etwas merkwürdig klingt: Der Gedanke, dass alles zu viel wird, kann sehr hilfreich sein. Natürlich ist das damit verbundene Gefühl der Überforderung meist unangenehm, aber wenn wir es wahrnehmen, können wir bewusst gegensteuern. Dieser Artikel soll dich also dazu ermutigen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, wenn du denkst: „Mir wird alles zu viel!” Stattdessen haben wir Tipps für dich, mit denen du aus der Überforderung zurück in deine innere Ruhe finden kannst.

Was wird einem eigentlich zu viel?

Vielleicht hast du selbst schon die Erfahrung gemacht, dass du dich manchmal mit Leichtigkeit durch die Aufgaben des Alltags manövrierst – an anderen Tagen ist schon das Ausräumen der Spülmaschine zu viel. Letztendlich hat es nicht immer etwas mit der Anzahl der Pflichten zu tun, dass einem alles zu viel wird. Es kommt auch auf unsere persönliche „Verfassung” an. Hatten wir zum Beispiel einen unruhigen Schlaf, fühlen wir uns schneller gestresst, als wenn wir morgens erholt einen Kaffee ans Bett gebracht bekommen. Was dir wann zu viel wird, ist also von vielen Faktoren abhängig, aber deine Wahrnehmung ist dabei immer richtig. Wenn du also denkst „Mir wird alles zu viel Stress!”, dann ist das ein wertvoller Hinweis deiner Psyche, dass du deine Kräfte auftanken solltest.

Eins nach dem anderen

Was wir alle vermutlich schon hundertmal in unserem Leben gehört haben, können wir uns noch einmal wirklich auf der Zunge zergehen lassen: eins nach dem anderen. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass du alles nacheinander „abarbeiten” solltest. Vielmehr können wir diesen Satz so verstehen, dass tatsächlich immer nur eins nach dem anderen stattfindet und an der Reihe ist. Das Problem, wenn einem alles zu viel wird, besteht nämlich häufig darin, dass in unserem Kopf alles gleichzeitig passiert. Spulen wir die Gedanken an unsere Pflichten in unserem Kopf ab, gewinnen wir dadurch den Eindruck, wir müssten gleichzeitig die Kinder in den Kindergarten bringen, den Haushalt erledigen, den Arbeitstag wuppen, das Geburtstagsgeschenk besorgen, zu einer Verabredung gehen und den Umzug planen. Mal ehrlich: Unnormal wäre, wenn einem das nicht alles zu viel wäre. Doch wie schaffen wir es, bei einer Sache zu bleiben?

Wenn alles zu viel wird: Zeit für Achtsamkeit

Vielleicht hast du das Wort Achtsamkeit noch nie gehört, bist schon mit ihr vertraut oder du bist Achtsamkeit gegenüber etwas skeptisch. Egal wie: Wenn du den Wunsch hast, dass in deinem Kopf nicht alles gleichzeitig stattfinden und dich stressen soll, kann ich dir Achtsamkeit wärmstens empfehlen. Du brauchst dazu kein Meditationskissen, sondern bloß deine Konzentration.

Sich in Achtsamkeit zu üben bedeutet, deine Aufmerksamkeit immer wieder auf das Hier und Jetzt zu richten.

Liegst du morgens im Bett und deine Gedanken wandern zum Meeting am Nachmittag, fängst du die Gedanken gewissermaßen wieder ein und richtest sie auf das, was du jetzt wahrnehmen kannst. Etwa auf die Wärme unter der Bettdecke, die Berührungspunkte deines Körpers mit der Matratze, deine Atembewegungen oder das Vogelgezwitscher im Innenhof. Das klingt vermutlich ungewohnt und eventuell ein wenig nach Langeweile, doch es kann langfristig dabei helfen, deine Gedanken zu beruhigen sowie präsenter und entspannter zu werden

Was gibt dir Kraft?

Es kam bereits zur Sprache, dass unser Stresslevel auch etwas mit unserem Energielevel zu tun hat. In der Psychologie spricht man auch von „Ressourcen”. Du kannst dir das so vorstellen, dass auch dein Körper zum Beispiel Vorräte bestimmter Vitamine braucht, um sich davon zu bedienen, wenn er Krankheiten abwehren möchte. Sind diese Vorräte leer, können wir eher erkranken. Auch für deine Psyche kannst du dir ein solches Depot anlegen, um dich weniger leicht gestresst und überfordert zu fühlen.

Doch während es für den Körper zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel gibt, gilt es für deine Psyche deine ganz persönlichen Kraftgeber zu finden. Das kann zum Beispiel ein Tag im Monat – vielleicht immer der letzte Sonntag – sein, an dem du einfach die Seele baumeln lässt. Hilfreich sind auch Aktivitäten, die dir Spaß machen, zum Beispiel Lesen oder Tanzen. Viele Menschen füllen ihre psychischen Ressourcen auch auf, indem sie Kontakt zu anderen haben, sich verabreden, unterhalten und gemeinsam mit anderen etwas Schönes unternehmen.

Was könnten deine Kraftgeber sein? Überlege einmal und greife nicht nur dann auf sie zurück, wenn alles zu viel wird, sondern mache sie zur festen Routine. Vielleicht kann dich unser Artikel zum Thema Gewohnheiten verändern auch dabei unterstützen, deine Kraftgeber regelmäßig einzuplanen, um dich langfristig gestärkt zu fühlen.

Du wünschst dir mehr Unterstützung?

In unserem Online-Kurs HelloBetter Stress und Burnout kannst du systematisch viele weitere psychologische Strategien erlernen, um dich langfristig weniger gestresst zu fühlen. Du kannst zum Beispiel deine Kraftgeber planen und Audios mit Achtsamkeitsübungen hören. Außerdem lernst du, wie du mit lösbaren und unlösbaren Problemen umgehen kannst. Den Online-Kurs gibt es mit Rezept kostenfrei – mehr dazu in unserem Artikel Wie erhalte ich einen HelloBetter-Kurs auf Rezept. Schau doch auch gleich mal auf unserer Kursseite vorbei! 

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
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