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Burnout-Symptome bei Frauen

Fühlst du dich häufig gestresst und ausgebrannt von deiner Arbeit und deinen familiären und sozialen Verpflichtungen? Hast du Sorge, dass der dauerhafte Stress langfristig zu einem Burnout führen könnte? Dann bist du nicht alleine. Studien weisen darauf hin, dass das Stressempfinden in unserer Gesellschaft immer weiter zunimmt. Dabei lassen sich interessante Unterschiede zwischen Stress und Burnout bei Frauen und Männern feststellen. Welche das sind und wo du Unterstützung findest erfährst du in diesem Artikel.

Tritt Burnout bei Frauen häufiger auf als bei Männern?

Eine große Studie der Techniker Krankenkasse zum Thema Stress im Jahr 2021 fand heraus, dass Frauen sich insgesamt gestresster fühlen als Männer. Fast jede dritte Frau gab dabei an, unter enormen Stress zu leiden. Bei den Männern war es lediglich jeder Fünfte. Das spiegelt sich auch in der Wahrscheinlichkeit, ein Burnout zu entwickeln wider, welche für Frauen statistisch gesehen deutlich höher ist als für Männer. 

Einer der Gründe dafür könnte sein, dass Frauen laut eigenen Angaben höhere Ansprüche an sich selbst stellen und durch die Doppelbelastung Beruf und Familie stärker beeinträchtig sind. 

Ein anderer Grund für die vermehrten Burnout-Fälle bei Frauen könnte jedoch der sein, dass Frauen sich bei stressbedingten Beschwerden öfter Hilfe suchen. Burnout-Fälle bei Frauen würden dadurch häufiger erfasst werden als bei Männern, die ihre Beschwerden oft mit sich selbst ausmachen wollen. Doch bevor wir auf die konkreten Unterschiede von Burnout bei Frauen und Männern eingehen, werfen wir noch einmal einen Blick auf die allgemeinen Burnout-Symptome. 

Was sind typische Burnout-Symptome?

Menschen, die von einem Burnout betroffen sind, leiden unter unterschiedlichen Symptomen. Zu den typischen Burnout-Symptomen zählen jedoch: 

  • Erschöpfung und fehlende Energie
  • eine negative Einstellung zum eigenen Job
  • eine abnehmende Leistungsfähigkeit. 

Wenn Ärztinnen und Psychotherapeuten von einem Burnout sprechen, dann meinen sie damit in der Regel Beschwerden, die durch arbeitsbezogenen Stress entstanden sind. Gesellschaftlich wird jedoch oftmals diskutiert, ob sich die Anzeichen eines Burnouts auch auf andere Lebensbereiche übertragen lassen. Zum Beispiel könnte die Entstehung eines Burnouts also auch als Folge von anhaltendem Stress durch Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder weiteren Faktoren begünstigt werden kann. Oft ist vor allem die Doppel- oder Mehrfachbelastung durch mehrere Stressfaktoren für Betroffene besonders beanspruchend. 

In vielen Fällen zeigt sich bereits frühzeitig eine Mischung aus einigen Frühwarnzeichen, die Betroffenen als wichtige Warnsignale für ein drohendes Burnout dienen können. 

Warnsignale für zu viel Stress

  • Körperliche Symptome: u.a. Kopfschmerzen/Migräne, Nervosität innere Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzklopfen, Zähneknirschen, Hautausschlag durch Stress
  • Verhaltensweisen: u.a. Unpünktlichkeit auf der Arbeit, Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Gereiztheit, sozialer Rückzug
  • Gedanken: u.a. selbstkritische Gedanken, Sorgen, Muss-Denken (z.B. „Ich muss da durch.”, „Ich muss das aushalten.”, „Ich kann nicht mehr.”)
  • Gefühle: u.a. Wut oder Ärger, Angst, Gefühle der Überforderung, Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit

Wichtig ist: Nur weil du einige dieser Warnsignale bei dir wahrnehmen kannst, heißt das nicht automatisch, dass du von einem Burnout betroffen bist. Für eine eindeutige Diagnose ist der Besuch bei einem Arzt oder einer Psychotherapeutin unbedingt notwendig. Diese überprüfen gemeinsam mit dir, ob das Zusammenspiel deiner Warnsignale bzw. Symptome tatsächlich auf ein Burnout oder eine andere Erkrankung hinweist. 

Inwieweit unterscheiden sich Burnout-Symptome bei Frauen und bei Männern?

Obwohl Frauen häufiger von Burnout-Symptomen betroffen sind, unterscheidet sich die Art und Weise ihrer Symptome nicht wesentlich von denen der Männer. Was sich jedoch zwischen den Geschlechtern unterscheiden kann, sind Entstehungsbedingungen eines Burnouts. Oder anders gesagt: es gibt bestimmte vom Geschlecht abhängige Faktoren, die vor Burnout schützen oder ein Burnout begünstigen können. Diese Faktoren kann man in 3 Bereiche unterteilen, die wir uns im Folgenden genauer anschauen.

1Unterschiede auf der psychologischen Ebene

Aus verschiedenen psychologischen Untersuchungen wissen wir, dass Frauen in Stresssituationen vermehrt nach sozialer Unterstützung suchen. Männer hingegen versuchen eine starke Stressbelastung eher mit sich selbst auszumachen oder gehen in den sozialen Rückzug. Soziale Unterstützung kann gerade in beanspruchenden Phasen jedoch besonders wichtig sein und einem Burnout vorbeugen. In Zeiten der Corona-Pandemie ist dieser wichtige psychologische Schutzfaktor für viele Menschen weggefallen. 

2Unterschiede auf der biologischen Ebene

Auch wenn sich die von außen beobachtbaren Burnout-Symptome zwischen Frauen und Männer nicht auf den ersten Blick zu unterscheiden lassen, konnten Studien feststellen, dass es subtilere Unterschiede auf biologischer Ebene gibt. So hängen Burnout-Symptome etwa bei Frauen, aber nicht bei Männern mit einem entscheidenden Anstieg von Entzündungsmarkern zusammen. Erhöhte Entzündungsmarker geben im Allgemeinen einen Hinweis auf Infekte und Entzündungen im Körper sein.

Außerdem konnten einige Studien zeigen, dass Burnout bei Frauen und Männern gleichermaßen mit einer insgesamt erhöhten Wahrscheinlichkeit von körperlichen Erkrankungen zusammenhängt. Diese äußert sich bei Männern eher in Form von kardiovaskulären (Herz und Blutgefäße betreffenden) Erkrankungen, während es bei Frauen vermehrt mit Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. Rückenschmerzen) in Verbindung gebracht wird.

3Unterschiede in der Umwelt von Frauen und Männern

Zu der Beanspruchung auf der Arbeit kommen für viele Frauen darüber hinaus zahlreiche familiäre Pflichten und damit eine zusätzliche Beanspruchung hinzu. Eine US-amerikanische Studie mit über 400.000 befragten arbeitenden Eltern ergab, dass berufstätige Mütter mit 28 % höherer Wahrscheinlichkeit ein Burnout erleiden als berufstätige Väter. Die Herausforderungen für berufstätige Eltern nahmen während der Pandemie dramatisch zu. Die Daten der Studie weisen darauf hin, dass es 2,35 Millionen mehr Fälle von Burnout bei berufstätigen Müttern in den USA gab, weil die Mütter unverhältnismäßig viele Kinder betreuen mussten, wenn die Schüler nicht persönlich zur Schule gehen konnten.

Vermutlich lassen sich die Ergebnisse dieser Studie ebenfalls auf Männer übertragen, die zusätzlich zu ihrer Arbeit im vergleichbaren Ausmaß familiäre Pflichten meistern und beispielsweise primäre Ansprechperson für Kinder sind. 

Was kann ich tun, wenn ich von Burnout betroffen bin? 

Wenn du von Burnout betroffen bist oder erste Warnsignale für zu viel Stress bei dir wahrnimmst, dann sind zwei Dinge besonders wichtig: Zum einen kann es sehr sinnvoll sein, dich nach den Gründen für deine hohe Belastung zu fragen. Das ist wichtig, damit du dein Leben in Zukunft so strukturieren kannst, dass du möglichst wenig chronischen Stress erlebst. Zum anderen kann es wichtig sein, ein Gegengewicht zu deinem erhöhten Stresserleben und Stresslevel zu schaffen. Das kannst du auf viele verschiedene Arten tun.

1Versuche ganz bewusst von der Arbeit abzuschalten

Was heißt das genau? Nimm Gedanken an deine Arbeit bewusst wahr und erlaube dir, sie nicht weiter zu verfolgen. Das hört sich einfacher an, als es ist. Oft kommen Gedanken gerade dann, wenn wir sie nicht denken wollen. Manchmal kann es daher am Ende eines Arbeitstages helfen, all die Gedanken, die noch im Kopf herumschwirren, aufzuschreiben. Vielleicht denkst du noch an einige To-dos für den nächsten Tag. Oder der heutige Tag hat einige Fragen offengelassen. Deine  Gedanken aufzuschreiben kann dabei helfen, sie zu ordnen und für eine gewisse Weile gehen zu lassen.

Versuche dir bewusst zu machen, dass das Abschalten von der Arbeit eine wichtige Voraussetzung ist, um den folgenden Arbeitstag erfolgreich zu bewältigen. Denn nur wenn wir uns ausreichend erholen und Pausen machen, sind wir am nächsten Tag wieder voll leistungsfähig. 

2Suche nach Möglichkeiten der Entspannung

Hierbei kann dir so gut wie alles helfen, was dir guttut. Vielleicht kochst du gern und kannst dich dabei besonders gut entspannen? Oder du entspannst am besten unter einer warmen Dusche? Falls dir nicht sofort etwas einfällt, das dir guttun könnte, versuche es doch einmal mit angeleiteten Entspannungsübungen

3Lerne etwas Neues

Auch etwas Neues zu lernen, kann ein gutes Gegengewicht für besonders viel Stress (auf der Arbeit) sein. Gibt es etwas das du schon immer lernen wolltest, aber du hattest bisher einfach keine Zeit dafür? Vielleicht eine neue Sportart, ein Musikinstrument oder eine neue Form der Handarbeit? Nimm dir ganz bewusst die Zeit dafür. Die Erfolgserlebnisse, die du dir selbst beim Erlernen einer neuen Tätigkeit schenkst, können ein wertvolles Gegengewicht zur Beanspruchung durch zu viel Stress darstellen. 

Fazit 

Burnout-Symptome bei Frauen unterscheiden sich nicht wesentlich von den Symptomen bei Männern. Doch es gibt Unterschiede in der Auftretenswahrscheinlichkeit und bei den Faktoren, welche die Entstehung eines Burnouts begünstigen und die Überwindung erschweren. Dazu zählen Unterschiede auf der biologischen und psychologischen Ebene sowie Unterschiede in der Umwelt von Frauen und Männern. Egal ob Frau, Mann oder alles dazwischen, das, was du tun kannst, wenn du von Burnout betroffen ist bleibt gleich: Versuche zu verstehen, woher die anhaltende Belastung kommt und schaffe ein positives Gegengewicht. Denn ein anhaltendes hohes Stresslevel ohne die Möglichkeit zur Entspannung kann langfristig zur Entstehung eines Burnouts beitragen. 

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Autorin:
Anna Unger-Nübel Psychologin
  • Quellennachweis
    1. Lalouschek, W., & Kainz, B. (2008). Geschlechtsspezifische Aspekte von Burnout. Blickpunkt der Mann, 6(3), 6-12.
    2. Purvanova, R. K., & Muros, J. P. (2010). Gender differences in burnout: A meta-analysis. Journal of vocational behavior, 77(2), 168-185.
    3. Redondo-Flórez, L., Tornero-Aguilera, J. F., Ramos-Campo, D. J., & Clemente-Suárez, V. J. (2020). Gender differences in stress-and burnout-related factors of university professors. BioMed Research International, 2020.
    4. https://info.mavenclinic.com/pdf/parents-at-the-best-workplaces?submissionGuid=5ac95855-8079-46ac-9ba5-f8b11c2ae5c5
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