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Depression: Angehörige unterstützen

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Depression zu entwickeln, liegt bei etwa 20 Prozent. Dass eine Depression Angehörige, Freunde oder Bekannte betreffen kann, ist daher gar nicht so selten.

Wenn sich Anzeichen wie eine anhaltende depressive Stimmung, Antriebslosigkeit oder Interessensverlust bemerkbar machen, entsteht im sozialen Umfeld oft der Wunsch, zu helfen. Das ist verständlich, aber oft gar nicht so leicht. Wir geben dir daher einige Tipps, was du tun kannst, wenn eine Depression Angehörige betrifft.

Sich selbst über Depressionen informieren

Ein erster wichtiger Schritt im Umgang mit Menschen, die an einer Depression leiden, ist es, mehr über die Erkrankung zu erfahren. Wissen ist Macht. Dass du diesen Artikel liest, zeigt, dass du bereits auf der Suche nach Informationen bist. Das ist klasse. Wir haben dir auf unserem Blog viele wichtige Informationen zusammengestellt, z.B. was eine Depression ist und welche Formen einer Depression sowie Phasen und Verlaufsformen es gibt. Auf diese Weise kannst du Anzeichen einer Depression bei Angehörigen besser erkennen und einordnen.

Manchmal kann die Frage „Bin ich schuld an der Depression?” bei deinen Angehörigen aufkommen. Depressionen haben nicht eine einzelne Ursache. Belastende Lebensereignisse oder Umstände können zu der Entstehung einer Depression beitragen. Es ist jedoch immer ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Das bedeutet auch, dass weder du noch deine Angehörigen Schuld an einer Depression tragen.

Depressionen sind behandelbar

Die gute Nachricht ist, dass Depressionen gut behandelbar sind. In den allermeisten Fällen gehen depressive Phasen wieder vorüber. Es kann helfen, dir dies vor Augen zu führen. Eine Depression bei Angehörigen kann dazu führen, dass in dir Gefühle der Hilflosigkeit, Schuld, aber auch Ärger aufkommen. Manchmal kann sogar das Gefühl entstehen, dass die Person sich verändert hat und gar nicht mehr „wie früher“ ist. Diese Veränderung als Teil der Erkrankung und darin einen vorübergehenden Zustand zu sehen, kann dir helfen, mit der Situation besser umzugehen. 

Während depressive Episoden unbehandelt im Schnitt sechs bis zwölf Monate andauern, verkürzt sich diese Dauer im Durchschnitt um 3 Monate durch eine Behandlung. Es lohnt sich also, die Angehörigen darin zu unterstützen, ihre Depressionen behandeln zu lassen.

Behandlung der Depression: Angehörige unterstützen 

Nicht selten fällt es Menschen, die an einer Depression leiden, schwer, sich Hilfe zu suchen. Das kann oft an den Symptomen selbst liegen. Hoffnungs- und Antriebslosigkeit können dazu führen, dass die Betroffenen denken, dass eine Behandlung „eh nichts bringt“. 

Menschen, die an einer Depression leiden, brauchen deshalb an dieser Stelle oft Unterstützung. Du kannst helfen, indem du dich über Behandlungsmöglichkeiten informierst, deine Angehörigen zu einem Arzt- oder Therapeutenbesuch ermutigst und sie zu diesen begleitest.

Sensibler Umgang mit dem Thema

Wähle einen passenden Zeitpunkt und sei behutsam, wenn du mit Angehörigen über ihr psychisches Befinden und Unterstützungsmöglichkeiten sprichst. Über Gefühle zu sprechen, egal ob es uns gut oder schlecht geht, sind wir oft nicht gewöhnt.

Du kannst auch Bücher zum Thema psychische Gesundheit oder Depressionen für dich kaufen und zum Lesen ins Badezimmer stellen. Auf diese Weise haben auch deine Angehörigen die Möglichkeit, die Bücher zu lesen, wenn sie möchten. 

Umgang mit selbstmordgefährdeten Angehörigen

Zu den Symptomen einer Depression können auch Selbstmordgedanken zählen, die sich zum Teil auch zu Selbstmordversuchen oder -handlungen entwickeln können. Wenn du dir Sorgen machst, dass eine Person in deinem Umfeld sich das Leben nehmen möchte, zögere nicht, sofort professionelle Hilfe zu holen. Du kannst mit ihr den behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit eine psychiatrische Klinik aufsuchen. Es ist wichtig, die betroffene Person auf diesen Wegen zu begleiten. 

Wenn dein Angehöriger selbstmordgefährdet und nicht gesprächsbereit ist und keine Hilfe aufsuchen möchte, kannst du jederzeit den Notarzt rufen (112). In diesem Fall kann es sich manchmal so anfühlen, dass du gegen den Willen der Person handelst. Mach dir aber bewusst, dass das nur der Wille der Depression und nicht deines Angehörigen ist. Im Endeffekt übernimmst du Verantwortung und hilfst dort, wo sich die Person in diesem Moment nicht selbst helfen kann.

Auf gute Ratschläge verzichten

Das Bedürfnis zu helfen kann groß sein, wenn Depressionen Angehörige betreffen. Gut gemeinte Worte wie „Das wird schon wieder“ stoßen bei den Betroffenen jedoch oft auf Ablehnung oder steigern deren Verzweiflung. Sie fühlen sich dadurch in ihrer Situation nicht verstanden. Auch Ratschläge wie „sich einfach mal zu entspannen“ oder „etwas Schönes zu unternehmen“ können oft nicht umgesetzt werden. Denn wenn das so einfach wäre, dann würden Betroffene das tun. Schließlich hat niemand freiwillig eine Depression. 

Was du stattdessen tun kannst

Verzichte lieber auf gut gemeinte Ratschläge und versuche stattdessen immer dann, wenn deine Angehörige eine Aktivität vorschlägt oder einen neutralen oder positiven Gedanken äußert, dies zu bestärken. Unterstütze besonders sportliche Betätigung oder Bewegung, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. 

Du kannst auch ungezwungene Angebote wie z.B. einen Spaziergang, Kino- oder Restaurantbesuch schaffen, an denen er oder sie teilnehmen kann, aber nicht muss. 

Depression bei Angehörigen: Erkenne deine Grenzen

Eine liebevolle Unterstützung ersetzt keine Behandlung. Mache dir bewusst, wo deine Grenzen sind und achte auf sie. Nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Angehörige, können Depressionen belastend sein. Nimm dir Zeit für dich, tue dir Gutes und achte auch auf dein eigenes Wohlbefinden. Nur auf diese Weise kannst du auch für andere da sein. 

Nimm die Depression nicht persönlich. Oft wird man mit Kritik und Wut konfrontiert. Da hilft es sich bewusst zu machen, dass da die Depression schreit und nicht der Angehörige selbst.

Wenn du bemerkst, dass du trotz dieser Tipps im Umgang mit deinen Angehörigen an deine Grenzen stößt, kannst auch du dir Hilfe holen. Es gibt beispielsweise Selbsthilfegruppen für Menschen, deren Angehörige Depressionen haben. 

Du darfst dir Zeit für deine eigene psychische Gesundheit nehmen, denn diese ist für dich und dein Umfeld ein Gewinn.

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