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Leben mit Schmerzen – was im Alltag hilft

Schmerzen sind ein Signal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Sie sind unangenehm, weil wir uns um das Problem kümmern sollen. Ein Leben mit chronischen Schmerzen kann deshalb ein Gefühl des Dauerstresses sein, da wir von unserem Körper dazu aufgefordert werden, etwas zu beheben, was uns jedoch nicht gelingt. Auch psychisch kann das sehr belastend sein. Was kannst du tun, um das Leben mit Schmerzen erfüllter zu gestalten?

Der Kampf mit dem Leben mit Schmerzen

Während wir uns am Anfang noch hoffnungsvoll bemühen, unsere körperlichen Empfindungen zu verändern, zum Beispiel durch Arztbesuche oder Medikamente, kann es sein, dass diese Behandlungsversuche nicht den gewünschten Erfolg bringen. Oft haben wir dann auf psychischer Ebene mit Sorgen, Angst, Frustration oder sogar Wut zu kämpfen. Wenn es uns so geht, erleben wir oft, dass die Schmerzen umso stärker werden und es wird für uns umso wichtiger, die Schmerzen endlich zu beenden. Dabei können wir in einen Teufelskreis geraten, indem wir fast nur noch damit beschäftigt sind, auf unseren Körper zu achten und weniger auf die Dinge, die uns Freude bereiten und uns guttun.

Dieser Kampf mit den Schmerzen, unseren Gedanken und Gefühlen kann viel Raum einnehmen. Dadurch bleibt uns kaum Platz und Kraft, um uns auf das zu konzentrieren, was uns eigentlich im Leben wichtig ist. Langfristig kann das zu Unzufriedenheit führen.

Hoffnung und Sorge

Wenn du zurzeit ein Leben mit Schmerzen führst, hast du wahrscheinlich Sorge, dass die Schmerzen niemals besser werden und manchmal auch die leise Hoffnung, dass sie sich doch noch verändern können. Das Hin- und Her aus Hoffnung und Sorge kann ganz schön anstrengend sein und immer wieder Enttäuschung mit sich bringen. Die gute Nachricht: Es gibt einen Weg aus diesem Wechselspiel.

Es ist möglich, mehr innere Ruhe zu finden, indem du akzeptierst, dass die Schmerzen da sind.

Das bedeutet nicht, dass du gerne ein Leben mit Schmerzen haben möchtest oder dass die Schmerzen niemals nachlassen können. Akzeptanz kann dir dabei helfen, deine Energie nicht mehr für den Kampf gegen das, was du nun mal empfindest, zu verschwenden. Dadurch gewinnst du sie für das, was dir im Leben wichtig ist, zurück und kannst nach deinen inneren Werten leben.

Alles darf da sein

Du kannst Akzeptanz zum Beispiel üben, indem du zunächst darauf achtest, wenn du gegen den Schmerz ankämpfst. Achte dabei auf Sorge, Hoffnung, Frustration, Enttäuschung oder Gedanken wie: „Warum muss ausgerechnet ich diese Schmerzen haben?” oder: „Hört das denn nie auf?” 

Du kannst auch die Schmerzempfindung selbst mal ganz bewusst spüren. Wie genau fühlt sich dieser Schmerz eigentlich an? Ist er gleichbleibend oder mal stärker und schwächer? Dann sage dir innerlich: „Ich lasse alles da sein.”

Die Schmerzen, die Gefühle, die Gedanken, alles bekommt einen Platz.

Versuche die Schmerzen so wahrzunehmen, als gäbe es jemanden oder etwas in dir, der alles unbeteiligt beobachten kann, was in dir vorgeht. Oft, wenn wir diese annehmende Haltung üben, merken wir, dass unser Körper nach und nach entspannter wird. Mit der Zeit kannst du ganz bewusst damit experimentieren, dich mehr und mehr mit dem „Beobachter” gleichzusetzen und so oft es geht im Alltag seine Perspektive einnehmen.

Denkanstoß

Mut zur Akzeptanz

Akzeptanz fällt vielen schwer, weil sie mit Aufgeben verbunden wird und die Sorge besteht, erst recht Schmerzen zu erleben, wenn wir sie akzeptieren. Dabei ist Akzeptanz womöglich auch eine der wenigen, wirklich hilfreichen Strategien im Umgang mit Schmerzen. Eine Strategie, die wir lernen können und die wir immer „dabei haben”.

Das Leben mit Schmerzen erfüllend gestalten

Wenn es dir mit etwas Übung gelungen ist, dich durch Akzeptanz etwas entspannter zu fühlen, kannst du deinen Alltag genauer unter die Lupe nehmen:

Was hat sich durch die Schmerzen in deinem Leben verändert? Wie sah dein Leben ohne chronische Schmerzen aus? Woran hattest du Spaß? Was war dir wichtig?

Schreibe am besten fünf Aktivitäten auf, die du gerne gemacht hast. Das können auch Orte sein, die du mochtest oder liebe Menschen, die du getroffen hast. Es kann sein, dass dir aufgrund der Schmerzen einige Unternehmungen nicht mehr genauso möglich sind. Überlege mal: Könntest du deine damaligen Lieblingsaktivitäten vielleicht so abändern, dass du sie auch mit Schmerzen wieder in dein Leben bringen kannst? 

Dann kannst du sie zum Beispiel wöchentlich einplanen. Selbst wenn es am Ende nur ein oder zwei Dinge pro Woche sind, die dir Spaß machen oder dir wichtig sind, kann das dein Leben mit Schmerzen bereichern.

Wichtig dabei ist: Plane möglichst genau. Was möchtest du wann, wo und mit wem tun? Notiere dir Tag und Uhrzeit in deinem Kalender. So machst du es dir leichter, tatsächlich in Aktion zu treten.

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ZUM KURS

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Autorin:
Victoria Bindrum Psychologin
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