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Positiver Stress: Wenn Stress dir guttut

Selten hören wir Menschen sagen: „Ich fühle mich so gestresst, ist das nicht total toll?“ Es sei denn, sie beschreiben ihre Situation mit einer bestimmten Ironie. Jedoch benötigen wir, so paradox es auch klingt, ein gewisses Maß an Stress in unserem Leben, um uns eben nicht permanent antriebslos und unglücklich zu fühlen. Aber wie kann das sein und was ist eigentlich positiver Stress?

Was ist positiver Stress?

Positiver Stress, oder psychologisch ausgedrückt „Eustress“, ist die Art von Stress, die wir empfinden, wenn wir auf angenehme Weise aufgeregt sind. Unser Puls ist beschleunigt und unsere Hormone spielen verrückt, jedoch besteht keine Gefahr und wir haben auch keine Angst – klingt irgendwie komisch? Ist es aber nicht! 

Wir empfinden diese Art von Stress, wenn wir beispielsweise mit der Achterbahn fahren, auf ein Date gehen, uns verlieben oder uns auf einen neuen Job freuen. Es gibt viele verschiedene Auslöser für diesen Eustress. Auslöser, die uns Glücksgefühle geben und bei denen sich Aufregung ganz positiv anfühlt. Eustress kann dann sogar zur Gesundheit beitragen und unsere Leistungsfähigkeit steigern, weil er uns wacher und aufmerksamer macht. Wie schön es wäre, wenn es nur diese Form von Stress geben würde – doch das ist leider nicht der Fall. 

Negativer Stress als Gegenspieler

Denn eine weitere Art von Stress ist der Disstress, der Widersacher zum Eustress. Unter Disstress fühlen wir uns unter Druck, getrieben, ängstlich und überlastet. Disstress ist das, was wir alle oft mit dem Begriff „Stress“ in Verbindung bringen. An sich ist Disstress relativ harmlos, wenn der auslösende Grund nicht mehr vorhanden ist und wir uns beruhigen können. Beispiel Flugangst: Viele Menschen geraten unter heftigen Stress, wenn sie ein Flugzeug betreten. Vielleicht halten diese unangenehmen Stressreaktionen sogar den ganzen Flug über an – aber wenn wir erst in Barcelona in der Sonne sitzen, ist das alles vergessen. 

Für manche ist Stress im Alltag leider selten zeitlich begrenzt, wir sprechen dann von chronischem Stress. Chronischer Stress tritt auf, wenn wir uns immer wieder mit bestimmten Stressoren (Stressauslösern) auseinandersetzen müssen, denen wir vermeintlich nicht entkommen können. Also wenn die Situation ausweglos und unüberwindbar scheint. Sei es die Arbeit oder wiederkehrende Probleme im Familienleben. Wenn wir über längere Zeit solchem Stress ausgesetzt sind, hat dies negative gesundheitliche Folgen auf unseren Körper und Geist. Wie können wir uns davor schützen?

Die Quellen von gutem Stress

Du kannst bewusst positiven Stress in dein Leben bringen! Idealerweise suchst du dir dafür Aktivitäten aus und setzt dir Lebensziele, die dich glücklich und zufrieden machen. Um herauszufinden, ob das der Fall ist, fokussiere dich darauf, was der Gedanke an die Aktivität oder das Ziel in dir auslöst. Fühlst du dich aufgeregt? Ist es ein „Ich will das unbedingt“ oder ein „Ich muss das machen“? Mach dir bewusst, dass alle deine „Ich will“-Aktivitäten auch wirklich Dinge sind, die du unbedingt machen willst und alle „Ich muss“-Aktivitäten, für dich zwar nicht so spannend, aber im Zweifelsfall eben notwendig sind. Erkenne den Unterschied und versuche, eine gute Balance zwischen beiden herzustellen!

Wie positiver Stress zu negativem Stress wird

Positiver Stress kann sich in belastenden Stress wandeln, wenn du ihn zu viel und zu lange empfindest. Eine Stressreaktion wird dabei durch eine eigentlich positive Situation ausgelöst und ist zunächst Eustress. Aber wenn dieser positive Stress dann fortlaufend vorhanden bleibt oder verschiedene andere angenehme oder belastende Stressoren mitmischen, häuft sich der Stress zu einer Art Stress-Überdosis an.

Dazu ein Beispiel: Du freust dich riesig über die Zusage für dein neues Zuhause und willst es voller Tatendrang renovieren. Anfangs nimmst du dir sehr viel vor, bemerkst jedoch, dass du neben der Arbeit weniger Zeit findest als gedacht. Dann kommen im Job auch noch viele neue, spannende Aufgaben hinzu. Obwohl beide Situationen eigentlich gut für dich sind, fühlst du dich zunehmend überarbeitet. So kann sich positiver Stress in negativen Stress wandeln.

Gib also gut auf dich acht und passe auf, dass Stress, egal welcher Art, nicht zu viel für dich wird. Gönne dir genügend Ruhepausen, auch wenn gerade alles toll und aufregend ist. Es wird dir zwar nicht möglich sein, den Stress komplett abzustellen, aber es gibt Wege, ihn in einem gesunden Maß aufzunehmen. Und sobald du gelernt hast, mit Stress gut umzugehen, kann er dir so schnell nichts mehr anhaben.

Wie negativer Stress zu positivem Stress wird

Nicht alle Formen von negativem Stress können in positiven Stress umgewandelt werden, aber es ist definitiv möglich, deine Wahrnehmung von Stressfaktoren in deinem Leben zu verändern. Diese Veränderung kann deine Erfahrung mit Stress grundlegend beeinflussen.

Die körpereigene Stressreaktion wird stark von der wahrgenommenen Bedrohung reguliert. Dementsprechend kommt es auch zu keiner „Bedrohungs-Stressreaktion“, wenn etwas nicht als Bedrohung wahrgenommen wird. Der Schlüssel, um Disstress in Eustress zu verwandeln, liegt also in deiner eigenen Bewertung.

Wenn du etwas also als Herausforderung anstatt als Bedrohung ansiehst, kann sich die Angst, die du normalerweise empfindest, in Aufregung und Vorfreude verwandeln.

Probiere es aus! Eine Übung, die dir dabei Mut machen kann, findest du übrigens in unserem Artikel zum Thema Versagensangst. Wenn du dir mehr Unterstützung im Umgang mit Stress wünschst, könnte außerdem unser wissenschaftlich geprüfter Stressbewältigungskurs das Richtige für dich sein.

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