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Alkohol und Diabetes – wie viel ist erlaubt?

Weihnachten, Hochzeiten, Geburtstage, Feierabend, es gibt viele Anlässe, bei denen Alkohol eine Rolle spielen kann. Doch wie vertragen sich Alkohol und Diabetes? Was gibt es dabei zu beachten? In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Fakten für dich zusammengestellt.

Was ist risikoarmer Konsum?

Zunächst gelten für Menschen mit Diabetes dieselben Empfehlungen wie für Menschen ohne Diabetes. Die Rede ist vom sogenannten risikoarmen Konsum. Risikoarmer Konsum bedeutet, dass Alkohol in bestimmten Maßen ein geringes Risiko für Gesundheitsschäden hat. Frauen sollten daher nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag trinken (zum Beispiel 0,25 l Bier) und Männer nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (0,5 l Bier). An zwei Tagen in der Woche sollte komplett auf Alkohol verzichtet werden. Diese Richtlinien des Robert-Koch-Instituts sollten auch nicht überschritten werden, wenn eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Allerdings gibt es noch weitere Hinweise, die es in Bezug auf Alkohol und Diabetes zu beachten gilt.

Risikoarmer Konsum bedeutet nicht, dass kein Risiko mehr besteht. Der Konsum alkoholischer Getränke birgt immer das Risiko für Gesundheitsschäden, denn Alkohol ist ein Zellgift.

Alkohol und Diabetes: Gefahr der Unterzuckerung

Wenn wir Alkohol trinken, kann die körpereigene „Zuckerneubildung”, die sogenannte Gluconeogenese, in der Leber für 12 oder mehr Stunden gehemmt werden. Dadurch kann es selbst bei Menschen ohne Diabetes leichter zu einer Unterzuckerung, also einer Hypoglykämie, kommen, da dem Körper nicht ausreichend Glucose (Traubenzucker) zur Verfügung gestellt werden kann. Eine Unterzuckerung kann für Menschen mit und ohne Diabetes problematisch werden: Die Symptome reichen von Zittern und Müdigkeit bis hin zu Verwirrtheit und Ohnmacht. Zu einer Unterzuckerung kann es umso schneller kommen, wenn vorher nicht ausreichend gegessen wurde oder die Glykogenspeicher zum Beispiel vor dem Alkoholkonsum durch Sport aufgebraucht wurden. 

Bei Diabetes kommt hinzu, dass aufgrund verschiedener Faktoren, zum Beispiel einer Insulintherapie, die Glucagonreaktion unterdrückt wird. Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es normalerweise die schon angesprochene Zuckerneubildung anregt. 

Exkurs

Zuckerneubildung

Glucose, Glucagon, Glycogen, Gluconeogenese – das klingt alles wahnsinnig kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Vielleicht hilft dir diese Erklärung: In unserer Leber wird Zucker in Form von Glycogen gespeichert. Glycogen ist also eine Zuckerform. Glucagon ist ein Hormon, welches dafür sorgt, dass dieses Glycogen in Glucose, also Traubenzucker, umgewandelt wird. Es ist somit dafür zuständig, den Blutzuckerspiegel zu heben. Diese Umwandlung von Glycogen in Glucose wird als Gluconeugenese bezeichnet, das bedeutet so viel wie Zuckerneubildung: Aus dem Glycogen in der Leber wird durch Einwirkung des Hormons Glucagon somit Glucose, Traubenzucker, wodurch der Blutzuckerspiegel steigt.

Der Zusammenhang von Alkohol und Diabetes besteht also darin, dass Alkohol durch die Hemmung der Zuckerneubildung ein weiterer Faktor ist, der sich ungünstig auf den Blutzuckerspiegel auswirken kann. Das bedeutet, es besteht ein größeres Risiko für eine Unterzuckerung.

Bei Diabetes empfiehlt es sich deshalb in Betracht zu ziehen, alkoholfrei zu leben oder zumindest den Alkoholkonsum zu reduzieren

Ich möchte trotz Diabetes Alkohol trinken, was kann ich beachten?

Wie in den letzten Absätzen schon angedeutet, sollten insbesondere Menschen mit Diabetes Folgendes in Bezug auf Alkohol beachten: 

1Risikoarmen Konsum einhalten

Das bedeutet, Frauen sollten nicht mehr als ein kleines Glas Bier (0,25l) oder Wein (0,125l), Männer nicht mehr als ein Glas Bier (0,5l) oder Wein (0,25l) trinken. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte kein Alkohol getrunken werden. Jeden Tag ein Bier oder jeden Tag ein Glas Wein ist also keine gute Idee. Denn: Je mehr Alkohol konsumiert wird und je kürzere Pausen dazwischen liegen, desto mehr wird die Zuckerneubildung gehemmt.

2Genug essen

Es sollte im Vorhinein eine kohlenhydratreiche Mahlzeit gegessen werden und du kannst außerdem in Verbindung mit dem alkoholischen Getränk etwas knabbern.

3Nicht beim Sport verausgaben

Die Glykogenspeicher sollten nicht vor dem Alkoholkonsum abgebaut werden. Das bedeutet: Achte darauf, dass du dich körperlich nicht überforderst und vermeide genauso mäßige Bewegung über längere Zeit – du solltest also auch nicht ein bis zwei Stunden spazieren gehen und danach Alkohol trinken.

Wenn du die obigen Hinweise beachtest, kannst du dafür sorgen, dass sich die ungünstigen Faktoren rund um Alkohol und Diabetes nicht addieren. Da Alkoholkonsum bei Diabetes aber ein größeres Risiko für Unterzuckerung birgt, möchtest du dich vielleicht mit anderen Möglichkeiten beschäftigen, das Leben genießen zu können. Auch Akzeptanz lernen kann wichtig sein, da Alkoholverzicht, als weitere Einschränkung wahrgenommen werden kann. Vielleicht kann außerdem ein Arztgespräch über das Thema Alkohol und Diabetes sinnvoll sein, um deine ganz individuelle Situation besser einschätzen zu können.

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  • Quellennachweis
    1. Hien, P. (1997). Alkohol und Diabetes. In Diabetes-Handbuch (pp. 237-238). Springer, Berlin, Heidelberg. 
    2. Lange, C., Manz, K., Rommel, A., Schienkiewitz, A., & Mensink, G. (2016). Alkoholkonsum von Erwachsenen in Deutschland: Riskante Trinkmengen, Folgen und Maßnahmen.
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